Der TV Muri empfing am vergangenen Samstag die Nachbaren aus Mutschellen für das bisher wichtigste Spiel der Saison. Den zahlreichen Zuschauern wurde ein Spektakel geboten, wie es nur ein Derby zeigen kann. Am Schluss gewann Muri das Vier-Punkte-Spiel dank mehr Ausdauer, mehr Wechselmöglichkeiten und mehr Kampfgeist verdientermassen.

(dw) Die Vorzeichen für eine ausgezeichnete Partie standen am Samstag ausgesprochen günstig. Die beiden Mannschaften waren punktegleich nach sechs Spielen. Um Raum zu den Plätzen zu schaffen, die in die Abstiegsgruppe führen, waren beide Teams auf diese Punkte angewiesen. Als ob das noch nicht genug war, war es auch noch ein Freiämter Derby. Dies schien auch den Zuschauern bewusst, mit beinahe 500 Schaulustigen wurde die Kapazität der Bachmatten auf die Probe gestellt.

Kopf an Kopf bis zur Pause

Die Spieler selbst waren natürlich auch heiss auf das Spiel, nichts und niemand brauchte eine extra Einladung. Mit dem Anpfiff startete das Spiel mit voller Wucht. Es begann ein Kopf an Kopf rennen, das dem Schweizer 1. Liga Handball alle Ehre machte. Es wurde sich nichts geschenkt, die Teams verlangten sich alles ab. Trotzdem schien niemand die Oberhand gewinnen zu können. Führte jemand mit zwei Toren, dann nur damit die andere Mannschaft gleich wieder aufschloss. Doch konnten die beiden Mannschaften eine solche Qualität über 60 Minuten halten? In der 21 Minute gelang es dem HC Mutschellen erstmals einen drei Tore Vorsprung zu erzielen, der Spielstand lag nun bei 8:11. War das ein Zeichen, können sie sich absetzen? Nein, ehe sie sich versahen glich der TV Muri in der 25 Minute wieder aus. Ausgleichen ist schön, führen ist besser. Die Klosterdörfler erarbeiteten sich gleich noch zwei Tore und konnten so mit einem Vorsprung in die Pause gehen.

Die erste Halbzeit wurde also aus der Sicht von Muri mit einem 6:1 Torverhältnis stark abgeschlossen. Hatte die Stunde für den HC Mutschellen geschlagen? Dank des zusätzlichen Rückenwindes des Endes der ersten Halbzeit kamen die Klosterdörfler mit viel Schwung zurück aus der Kabine. Der HC Mutschellen wollte diesen Fluss unterbrechen, um das Spiel zu ihren Gunsten zu kippen. Die Murianer liessen das nicht zu, zu fest hatten sie gefallen an der Führung gefunden. Sie spielten diszipliniert und clever, jede Schwäche des Gegners ausnützend. Die Fehler auf Seiten der Mutschellener begann sich zu häufen, sie fanden keinen sichern Weg mehr an der Muarianer Mauer vorbei. Aus halben Chancen und riskanten Aktionen wurden Verzweiflungswürfe im Zeitspiel. So konnte der TV Muri den Vorsprung langsam ausbauen und führte in der 46. Minute mit acht Toren 25:17. Das Spiel schien vorbei. Doch der HC Mutschellen hatte auch noch ein Wörtchen mitzureden. Mit einem letzten Aufbäumen um die bevorstehende Niederlage irgendwie abzuwenden, wehrten sie sich nach Leibeskräften. Das Ergebnis: Sie kamen noch einmal auf fünf Tore heran. Die Energien war jedoch zu erschöpft um eine solche Aufholjagt erfolgreich durchzuführen. Trotz viel Kampf und einer guten Leistung musste sich der HC Mutschellen in diesem Derby gegen die Klosterdörfler geschlagen geben. Nach dem Schlusspfiff wurden beide Teams für ihren grossartigen Einsatz mit tosendem Applaus gewürdigt.

In einem Team kann man sich aufeinander verlassen

In einem solchen Spiel wird auf eindrucksvolle Weise gezeigt, dass es nicht nur wichtig ist wie gut man etwas kann sondern auch wie lange man es durchhält. Die Intensität, mit der die beiden Mannschaften am Anfang aufeinanderprallten, könnte man unmöglich 60 Minuten aufrechterhalten, wenn es nicht die Möglichkeit gäbe Spieler auszuwechseln. Eilas Hochstrasser ist ein Spieler, der aus der 2. Mannschaft nachgezogen wurde, da die 1. Mannschaft viele Verletzte Spieler zu beklagen hat. In der 20 Minute wurde er zu einem kritischen Zeitpunkt eingewechselt. Wie oben erwähnt gelang es dem Gegner zum ersten Mal eine drei Tore Vorsprung zu erspielen. Nicht nur brachte er frischen Wind in den etwas ausgelaugten Rückraum, sondern erzielte er auch gleich den nächsten Treffer und verkürzte so den Vorsprung erneut. Trainerduo Bruggmann/di Simone bewiesen nicht nur bei ihm das nötige Feingefühl, sondern auch mit dem etwas später eingewechselten Fabian Frei. Auch er ein Spieler, der in beiden Mannschaften aufläuft, ersetzte den angeschlagenen Tokic. Jan Heusi hatte somit den Luxus von zwei frischen Spielern auf den 2er Positionen. Nicht zufällig geschah dies Zeitgleich mit dem oben genannten 6:1 von der 20. bis zur 30. Spielminute.

Es zeigt den Charakter des TV Muri - man hilft sich gegenseitig, auch Mannschaftsübergreifend. Es zeigt, dass man sich und den Gegner auspowern kann, um dann frische Kräfte zu bringen ohne, dass das Spielniveau absackt. Es bedeutet, dass man sich auf seine Mitspieler verlassen kann. Der Sieg vom Samstag war nicht nur eine gute Teamleistung, sondern eine gute Vereinsleistung. Um das nochmals zu unterstreichen muss man sich vor Augen führen, dass lediglich die Hälfte der aufgebotenen Spieler aus dem Stammkader der ersten Mannschaft waren. Alle anderen waren nachgezogene, junge Spieler der zweiten Mannschaft.

Offene Rechnung

Nächste Woche ist spielfrei, da der TV Muri die bekannte Halloween Party organisiert und durchführt. Erst in zwei Wochen geht es sportlich weiter für die Mannschaft. Sie werden in die tiefe Innerschweiz reisen um eine offene Rechnung in Muotathal zu begleichen. Der KTF Muotathal war neben Olten die einzige Mannschaft, die den TV Muri in der laufenden Saison bereits schlagen konnte. Es wird alles darangesetzt werden, diesen Fehler auszugleichen.


TV Muri – HC Mutschellen 31:25 (14:12)
Muri Bachmatten – Zuschauer: 423.- SR: Pirmin Baggenstos, Süess Beat.- Strafen: 3 Mal Minuten gegen Muri
Muri: Wipf, Yorick Kaufmann, Jan Heusi(1), Staubli (1), Frei (1), Dominik Lang (2), Schwenkfelder, Hochstrasser (3), Daniel Lang (3), Femiano (12/1), Strebel, Zucker (7), Tokic (1)
HC Mutschellen: Barbian, Ulrich, Gündel (1), Leuenberger (3), Vukadin (4), Miranda (2), Füglistaler, Küttel (2), Vetsch, Brunner (4), Faiss (1), Adamici (8/3), Wyman
Bemerkung: Muri ohne Jonas Heusi, Tobias Kaufmann, Schleiss und Wick. – Siebenmeter: Muri 1/1, Mutschellen 3/3