Der TV Muri unterlag den Gastgebern aus der Innerschweiz nach einem harten, emotionalen Spiel knapp und verlor so wichtige Punkte für den Weg in die Finalrunde. Das dünne Kader der Freiämter konnte nicht hundertprozentig gegen die eingefleischte Truppe aus Muotathal überzeugen und verlor schlussendlich verdientermassen.

(dw) Am vergangenen Samstag reiste der TV Muri zu den Punktegleichen Innerschweizern. Die begehrten Tabellenplätzte, die in die Finalrunde führen, sind denkbar umstritten. Ob man auf dem zweiten oder sechsten Rang ist, entscheiden nur wenige Punkte. So wird jede Begegnung zu einem möglichen Schlüsselspiel, da nur die Mannschaften unter den ersten vier Rängen in die Finalrunde kommen. Demensprechend waren beide Teams von Anfang an mit Motivation und Leidenschaft geladen. Die Klosterdörfler hatten die Niederlage im Hinspiel vor heimischem Publikum noch nicht ganz verdaut und wollten zwei Punkte aus Muotathal ins Freiamt zurückbringen. Dieser Kampfgeist wird auch im Resultat wiedergespiegelt. Es wurde ohne Pardon gespielt und nach gerade mal sechs Spielminuten stand es schon 4:4. Doch nach diesem ersten Kräftemessen fand sich der TV Muri plötzlich in einer ungewohnten Lage. Die Verteidigung der Muotathaler stand ausgezeichnet. Muri hatte grosse Mühe, gute Chancen zu erspielen und begab sich wiederholt zu langsam in den Rückzug. Einfache Tore durch Gegenstösse und eine solide Deckung sind normalerweise ein sehr bekanntes Rezept von Muri. Doch Muotathal konnte genau diese Stärke besser umsetzen und erzielte so einige einfache und schnelle Tore. Nach zehn langen, torlosen Minuten gelang es Femiano in der 21. Spielminute endlich die Murianer mit einem Torerfolg zu erlösen. Es stand nun 9:6 für die Gastgeber. Das schnelle, agile Spiel der Startminuten entwickelte sich zu einer Belagerungsschlacht mit langen angriffen und wenig Toren. Den Murianern fehlte es an Kreativität und Durchsetzungsvermögen in der Offensive. Nach dreissig Minuten ging Muri mit vier Toren Rückstand in die Pause.

Die Freiämter kamen mit mehr Schwung aus der Kabine. Sie wussten, wenn sie noch etwas reissen wollen, müssen sie nochmals 30 Minuten guten Handball zeigen. Dieser Vorsatz schien seine Wirkung zu haben. In der 37. Minute gelang sogar der Ausgleich, zum ersten Mal seit der Anfangsminuten. Ein Führungstreffer gelang dem TV Muri dann nicht, sondern der KTV Muotathal erspielte anschliessend eine Führung, die bis zum Schlusspfiff gehalten wurde. Der TV Muri hat gut gekämpft, doch Kämpfen allein sichert noch keine Punkte.

Nicht gefährlich genug

Die Defensive war nicht über alle Zweifel erhaben, stand aber meist kompakt. Die Schwäche des TV Muri war der unkreative Angriff, der viel zu statisch war. Abgesehen von Torhüter Wipf, der einige beeindruckende Paraden zeigte, schien nur Femiano mit gewohnter Leichtigkeit zu spielen. Er erzielte gleich 13 der total 24 Tore. Das sagt schon viel über die Torgefährlichkeit der Murianer aus. Der TV Muri machte es dem KTV Muotathal einfach, eine gute Defensivleistung zu zeigen. Die Freiämter spielten zu harmlos und berechenbar. Der TV Muri versuchte mit einer 4:2 Angriffsaufstellung, also zwei Kreisläufern, den Spiess noch zu wenden. Die taktische Änderung von Bruggmann zeigte aber zu wenig Wirkung. Das Ziel wäre es gewesen, die Verteidigung zwischen den beiden Kreisläufern in Bewegung zu bringen und zu ermüden, um dann den Abschluss oder den Kreispass zu suchen. Die Idee war gut, die Ausführung jedoch mangelhaft. Zudem spielte es dem KTV Muotathal in die Karten. Sie konnten das Zentrum der Deckung verdichten und mussten sich beinahe nicht bewegen. Dass der TV Muri den Ball laufen lassen kann, um so eine Verteidigung in Bewegung zu bringen, haben sie diese Saison schon viele Male gezeigt. Sogar die Defensive des National Liga A Verein TSV St. Otmar St. Gallen konnte so aufgerissen werden. Die erste Mannschaft des TV Muri muss an seiner Form arbeiten, damit sich die Mannschaft einen Weg in die Finalrunde erkämpfen kann.

Klosterduell

Der TV Muri bekommt keine Pause. Nächsten Samstag geht es mit dem Heimspiel gegen Einsiedeln weiter. Das Auswärtsspiel haben die Murianer mit Zehn Toren Vorsprung gewonnen, doch es ist Vorsicht geboten. Nicht nur Muri hat nun ein anderes Kader, auch Einsiedeln hat eine Entwicklung durchlaufen. Sie sind seit drei Spielen ungeschlagen und haben Muri gerade dieses Wochenende auf der Tabelle überholt. Beide Teams brauchen den Sieg als weiteren Schritt in die Finalrunde. Ein spannendes Spiel ist garantiert!

Handball, 1. Liga-Männer, Gruppe 3: KTV Muotathal – TV Muri 27:24 (14:10)

Muotathal MZH -Zuschauer 275.- SR Süess Beat, Baggenstos Pirmin.- Strafen 3 Mal 2 Minuten gegen Muotathal, 6 Mal 2 Minuten gegen Muri
Muotathal: Oechslin, Betschwart Martin (4), Betschwart Elias, Suter, Föhn, Nauer (1), Betschwart Ivo (1), Gwerder (6), Imhof Nick (8), Heinzer (2), Roos, Imhof Yves, Kurti (5/3), Hensler
Muri: Wipf, Heusi (3), Staubli (2), Lang Dominik, Schwenkfelder, Hochstrasser (1), Lang Daniel, Kaufmann, Femiano (13/5), Zucker (3), Tokic (2)
Bemerkung: Muri ohne Jonas Heusi, Frei, Deapp, Wick. – Siebenmeter: Muotathal 3/4 , Muri 5/5