Der TV Muri bekommt am Sonntag die Gelegenheit, gegen den direkten Strichkonkurrenten Horgen/Wädenswil den Sack praktisch zuzumachen. Das gute Torverhältnis und die starke Defensive sprechen für die Klosterdörfler. Grossen Anteil daran hat Torhüter Tobias Wipf.

(ws) Wenn es eine Konstante im Spiel des TV Muri gibt, ist es die Defensive. Nur der unangefochtene Tabellenführer HV Olten kassierte weniger Tore. Dementsprechend positiv lautet das Torverhältnis. Plus 22 sagt die Statistik. Grossen Anteil daran hat Torhüter Tobias Wipf. Spätestens seit dem Einsiedeln-Spiel vor drei Wochen ist er in Topform. 42 Prozent lautete damals seine Quote. Eine Woche später waren es starke 53 Prozent. Auch gegen Wohlen trumpfte er auf. Mit seinen 44 Prozent brachte er die gegnerischen Angreifer zum Verzweifeln. Zu seiner aktuellen Verfassung sagt Wipf: „Ich hatte in letzter Zeit Rückenprobleme, die ich jetzt besser in den Griff bekommen habe. Dadurch läuft es mir besser.“ Das habe sich auch auf seinen Kopf ausgewirkt. Er sei nun auch mental wieder lockerer geworden, erklärt er weiter.

Die Ruhe in Person

Man kann es drehen und wenden wie man will. Im Handball ist ein starker Torhüter ein Muss - will man Erfolg haben. Wipf ist eher ein unauffälliger Zeitgenosse. Seine Emotionen hat er meist im Griff. Theatralische Gesten sieht man von ihm kaum. „Es braucht eine gute Mischung. Am Schluss muss man einfach den Ball halten. Ob mit Emotionen oder Ruhe spielt keine Rolle“, sagt Wipf. Seine Ruhe scheint sich auf seine Mitspieler abzufärben. Denn auch sie haben grossen Anteil daran, dass Muris Defensive funktioniert. Die Mittelachse mit Jan Heusi, Jerome Zucker und Linus Staubli ist eine Bank. Auch über die Aussenpositionen lassen Carlo Femiano und Daniel Lang kaum Torschüsse zu. Ersichtlich war das am Sonntag. Wohlens Torschütze vom Dienst, Flügelspieler Manuel Frey, wurde weitgehend kontrolliert. Frey der an einem guten Tag den Unterschied ausmachen kann. Zu seinen Vorderleuten meint der Torhüter: „Hinten waren wir letzte Saison schon stark. Nun sind wir breiter aufgestellt. Deshalb konnten wir uns noch einmal steigern.“

Gegen Horgen/Wädenswil spricht vieles für Muri. Einerseits ist man seit drei Spielen ungeschlagen. Auch die Nerven scheint man im Zaun zu haben. So schaffte man in Extremis bei den Unentschieden gegen Einsiedeln und Pilatus den Ausgleich. Auch unnötige Strafen sind seltener geworden. Wichtige Voraussetzungen, um im Strichkampf zu bestehen. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist, dass die Reserven von Horgen/Wädenswil wohl kaum auf Spieler vom NLB-Kader zurückgreifen können. Denn die erste Mannschaft, die sich in der hinteren Region der Tabelle befindet, spielt praktisch zeitgleich zu Hause.

Gutes Torverhältnis als Bonus

Davon beeinflussen lassen, darf sich Muri aber nicht. Viel eher gilt es die aufsteigende Form einiger Akteure zu bestätigen. Wie oben erwähnt, bildet eine starke Defensive den Grundstein für den sechsten Saisonsieg. Damit kann man auch Schwächen im Abschluss kompensieren. Schwächen, die in den vergangenen Spielen phasenweise zu Tage kamen. Das gute Torverhältnis kommt nun Muri zugute. In der Endabrechnung könnte dies im Kampf um den Strich, verglichen mit dem engsten Konkurrenten Horgen/Wädenswil, das Zünglein an der Waage spielen. Die Differenz von 43 Toren ist im Normalfall für Horgen nicht mehr aufzuholen. Auf gut Deutsch heisst das, dass Muri mit einem Sieg am Sonntag mit eineinhalb Beinen in der Finalrunde steht. „Ich schaue noch nicht so weit voraus. Das Ziel ist es, am Sonntag zu gewinnen. Egal wie“, stellt Wipf klar.

Vorschau
 
So, 02.12.2018 | 16:00 Uhr
TV MURI - SG Horgen/Wädenswil
Muri Bachmatten
1. Liga