Auch in der dritten Finalrundenpartie hingen die Trauben für den TV Muri zu hoch. Über die gesamte Spielzeit gesehen, geht der Sieg von Muotathal in Ordnung. Die Klosterdörfler scheiterten vor 350 Zuschauern an sich selber und an einem starken Torhüter.

(ws) Nach acht Minuten lag der TV Muri in Muotathal mit zwei Toren hinten. Vier Minuten später waren es sechs Treffer. Diesem Rückstand rannten die Freiämter für den Rest der Spielzeit vergebens hinterher. Einmal mehr standen die personell gebeutelten Murianer gegen einen starken Gegner vor einer Herkulesaufgabe. Gebeutelt, weil mit Jan Heusi-Vertreter Yorick Kaufmann ein weiterer Eckpfeiler der Mannschaft verletzt ausfiel. Dazu Muri-Trainer Claude Bruggmann: „Wenn wir praktisch jede Woche eine neue Mannschaft einspielen müssen, wird es schwierig und es leiden die Automatismen darunter.“ Das brauche Zeit und könne verständlicherweise nicht nach wenigen Trainings funktionieren, ergänzte er.

Kampf und Wille

Um es gleich vorwegzunehmen, das Team von Claude Bruggmann liess sich davon nicht beirren. Nun warf die junge Mannschaft ihre bekannten Tugenden wie Kampf und Wille in die Waagschale. Zudem nahm Bruggmann noch vor der Pause in der Verteidigung eine Änderung vor. Er liess ein 5/1-System spielen. Dadurch konnte verhindert werden, dass man frühzeitig hoffnungslos ins Hintertreffen geriet. Nach 35 Zeigerumdrehungen hatte Muri seine besten Momente. Nun kam man bis auf vier Tore heran. Zudem besass man Möglichkeiten, um den Rückstand weiter zu verkürzen. Die Rechnung machte Muri aber nicht mit dem gegnerischen Torhüter. Die Einheimischen konnten es Yves Imhof verdanken, dass nicht noch einmal Spannung aufkam.

Wurfquote von 37 Prozent

In den folgenden Minuten schien das Tor für Muri zugenagelt. Ob Siebenmeter oder Gegenstösse, Imhof hielt alles, was sich auf ihn zubewegte. Die Quote von 49 Prozent bestätigt die starke Leistung. Dementsprechend tief war die Wurfquote der Gäste. Die 37 Prozent sprechen für sich. Für Muri sprach, dass man die zweite Halbzeit unentschieden (12:12) gestalten konnte. Nun kam auch der noch vor der Pause völlig isolierte und kaum angespielte Kreisläufer Jerome Zucker vermehrt zur Geltung. „In der zweiten Halbzeit, als wir in Ballbesitz bis auf vier Tore herangekommen sind, hatten wir unsere Chancen. Wir traten als Mannschaft auf, haben gekämpft und hatten phasenweise Spielanteile, wo wir besser als der Gegner waren“, sagte Bruggmann.

Schlagabtausch in den Schlussminuten

Angestachelt von der Stimmung, welche die 350 Zuschauer veranstalteten und vom eigenen Ehrgeiz, versuchte es Muri in den Schlussminuten mit der Brechstange. Was zur Folge hatte, dass die Partie zu einem offenen Schlagabtausch verkam. Genützt hat es wenig. Die kampfstarken Schwyzer brachten ihren Sechs-Tore-Vorsprung über die Runden. Den Klosterdörflern wurde einmal mehr in dieser Finalrunde die Grenzen aufgezeigt. Da die Rangliste zweitrangig ist, kann man diese, wie auch die beiden vorherigen Partien als Lehrstunde für die weitere Entwicklung der jungen Mannschaft abbuchen. Trainer Claude Bruggmann brachte es auf den Punkt: „Über das gesamte Spiel waren wir zu wenig clever und haben zu viele leichte Bälle verworfen oder unüberlegte Abschlüsse genommen.“

Unabhängig von dieser Partie bestätigt die dritte Runde der Finalrunde eine überraschende Tendenz. Wirft man einen Blick auf die Resultate und die Rangliste, ziehen die Deutschschweizer Vereine deutlich den Kürzeren. Aus den bisher sieben gespielten Direktbegegnungen vermochten die Teams der Vorrundengruppe 2 erst ein Unentschieden zu erkämpfen. Die restlichen sechs Partien gingen alle an die Westschweizer Mannschaften. Selbst der Aufstiegsfavorit SG HV Olten konnte bis anhin nicht in die Dominanz der Welschen einbrechen.

 
Handball, 1. Liga, Finalrunde: KTV Muotathal - TV Muri 28:22 (16:10)
MZH Muotathal, 350 Zuschauer. – SR: Michael Maklouf und Bryan Christinet
- Strafen: 5 mal 2 Minuten gegen Muri, 9 mal 2 Minuten gegen Muotathal.
Muri: Wipf, Schleiss; Femiano (9/1), Staubli (1), Dani Lang, Dominik Lang, Zucker (4/1), Schwenkfelder, Frei (4), Stenz, Jonas Heusi (4), Strebel.
Muotathal: Y. Imhof; N. Imhof (1), M. Betschart (2), E. Betschart (1), M. Schelbert (2), Suter (6), Nauer (5), P. Gwerder (1), Henseler, Ulrich, Heinzer, S. Gwerder (2), Kurti (6), A. Schelbert (2/1)
Bemerkungen: Siebenmeter: 2/4 für Muri, 1/2 für Muotathal –Muri ohne: Jan Heusi, Wick, Y, Kaufmann, T. Kaufmann.