Der TV Muri kämpfte sich in den vergangenen Wochen vom Tabellenkeller Richtung Mittelfeld. Dank positiven Charaktereigenschaften schaffte man nach vier Niederlagen die Wende. Nun haben die Klosterdörfler die Gelegenheit, gegen Nyon die Serie von zwei Siegen zu verdoppeln.

(ws) Die ersten sechs Runden der laufenden Finalrunde des TV Muri waren geprägt von Aufholjagden und grossem Kampf. Letzterer ist Verantwortlich dafür, dass Muri nach vier Pleiten hintereinander wieder im Geschäft um einen Mittelfeldplatz ist. Gegen Olten wurde ein starkes Aufbäumen nach einem zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand noch nicht belohnt. Gegen Einsiedeln und Yverdon kippte das Momentum auf die Freiämter Seite und Muri holte zwei Siege in Serie. Dabei gewann man keinen Schönheitspreis. Viel eher bestach man durch einem grossen Kampfwillen und einer Mentalität, bei der das Wort verlieren erst zu existieren scheint, wenn der Schiri die Partie abgepfiffen hat. Auf diese Mentalität angesprochen sagt Trainer Claude Bruggmann: „Die Jungs finden es nicht cool wenn man verliert. Dementsprechend gibt jeder noch mehr Gas.“

Kampf und Nervenstärke

Damit hatte Yverdon vor fünf Tagen nicht gerechnet. Mit dem Sieben-Tore-Vorsprung im Rücken wähnten sie sich wohl in einer falschen Sicherheit. Mit diesem Vorsprung und der Gewissheit, dass man Muris Topskorer Carlo Femiano praktisch aus dem Spiel genommen hatte, schien für sie die Partie noch vor der Pause in die richtigen Bahnen zu steuern. Eine trügerische Sicherheit, wie sich spätestens ab der zweiten Halbzeit herausstellte. Mit dem Publikum im Rücken drehte Muri die Partie zusehends. Und als es in die Entscheidung ging, löste sich Carlo Femiano von seinen Fesseln und warf die drei letzten und entscheidenden Tore. Dabei bewies er Nervenstärke. Nervenstärke bewiesen auch seine Mitspieler. Vom Schiedsrichter wenig begünstigt, hatten sie die Nerven meist im Griff, als die Partie in den Schlussminuten phasenweise zu entgleisen drohte. Zu diesem Spiel sagt Bruggmann: „Es war wieder typisch. Aber es ist jedes Mal anders. Diesmal kam dazu, dass wir zu Beginn zu viel quer gespielt haben und dazu vier hochkarätige Chancen ausliessen.“
Bei der letzten Final-Vorrundenpartie heute Abend in Nyon treffen die Freiämter auf einen Gegner mit dem sie es schon zu Saisonbeginn im Schweizercup zu tun bekamen. Dementsprechend wissen die Westschweizer um die Tugenden der jungen Mannschaft. Nach einer engen Partie trat Muri damals die lange Heimreise mit einem Sieg im Gepäck an. Erst in der letzten Viertelstunde konnten sich die Gäste entscheidend absetzen.

Unser Ziel ist es, uns im Mittelfeld festzubeissen

Claude Bruggmann | Trainer TV Muri Handball

Nyon wartet auf ersten Finalrunden-Sieg

In der laufenden Finalrunde hinterliessen die Westschweizer einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits trotzten sie der SG HV Olten beim Startspiel einen Punkt ab. Die folgenden Partien gingen danach meist deutlich verloren. Am letzten Wochenende gab man sich gar kampflos geschlagen. Infolge einer langen Absenzenliste durch Krankheit und Verletzungen trat man die Reise nach Einsiedeln gar nicht an. Dadurch kassierte man eine 0:10 Forfait-Niederlage. Darauf darf sich Muri aber nichts einbilden. Nyon wird alles unternehmen, um vor eigenem Publikum endlich den ersten Finalrunden-Sieg einzufahren und sich gleichzeitig für die Cup-Niederlage zu revanchieren. Den Murianern auf der anderen Seite winkt die Chance, sich mit einem Sieg heute Abend und beim Rückspiel gegen den gleichen Gegner in acht Tagen vom Tabellenende Richtung Mittelfeld zu verabschieden. „Unser Ziel ist es, uns im Mittelfeld festzubeissen und dass wir für alle Mannschaften einen unangenehmen Gegner sind“, sagt Bruggmann. Die Reise in die Westschweiz sieht er nur bedingt als Problem: „Die lange Anreise an einem Freitagabend ist sicher nicht optimal. Für mich ist es aber Kopfsache. Wenn jeder seinen Teil dazu beiträgt, rechne ich mir gute Chancen aus“.

Handball, 1. Liga, Finalrunde: HBC Nyon - TV Muri
Freitag, 1. März, 20.30 Uhr, Nyon Cossy