Wer hätte das nach vier Niederlagen in Folge gedacht? Der TV Muri ist immer noch im Geschäft um einen Spitzenrang. Lediglich drei Zähler trennen die Freiämter nach drei Siegen in Serie von Rang zwei. Wichtiger als die Rangliste ist aber, dass sich die junge Mannschaft in der neuen Konstellation positiv entwickelt.

(ws) Die Hälfte der laufenden Finalrunde ist gespielt. Der TV Muri belegt mit sechs Punkten aus sieben Spielen Rang acht. Ranglistenmässig ist Muri im Soll. Punktemässig ebenfalls. Rang sechs lautet die Zwischenbilanz. Wenn man bedenkt, dass zum 2. Rang, welcher für die Aufstiegs-Finalspiele berechtigt, nur drei Punkte fehlen, kann man mit dieser Bilanz mehr als zufrieden sein. Erst recht, wenn man in Betracht zieht, dass die ersten vier Partien verloren gingen. Was fehlte war ein Exploit gegen eines der drei Topteams Chenois, Olten und Muotathal. In dieser Reihenfolge führen diese auch die Tabelle an.

Die Ampeln für die Aussichten auf eine erfolgreiche Rückrunde stehen auf grün. Denn laut den Mannschaftsverantwortlichen steht nicht die Rangliste im Vordergrund. Wichtiger ist, dass sich die Mannschaft in der neuen Konstellation findet. Diesen Beweis hat sie zusehends erbracht. Denn die verletzungsbedingte Absenz von Jan Heusi stellt das junge Team vor eine grosse Herausforderung. Die Mentalität hat darunter nicht gelitten. Sonst wäre das Aufbäumen nach den verpatzten Startspielen nicht möglich gewesen. Viel eher ist das eingetroffen, was man erhofft hatte. Spieler wie Lukas Schwenkfelder, Fabian Frei und Yorick Kaufmann traten in Erscheinung und übernahmen Verantwortung. Auch das positive Comeback von Jonas Heusi tut der Mannschaft gut.

Mehr Breite im Rückraum

Wenn es im Januar noch an Automatismen mangelte, greifen die Rädchen zusehends ineinander. Die Verantwortung ist nun auf mehrere Schultern verteilt. Bewiesen hat man dies vor Wochenfrist in Nyon. Beim zu knappen Sieg in der Romandie traten gleich mehrere Spieler als mehrfache Torschützen auf. Was auch auffällt, ist, dass man in dieser Konstellation im Rückraum mehr Breite hat. So nähern sich mit Jonas Heusi und Tobias Kaufmann gleich zwei linkshändige Rückraumspieler der Topform. In der Mitte und auf der rechten Seite hat Trainer Claude Bruggmann mit Yorick Kaufmann, Fabian Frei, Linus Staubli ebenfalls Varianten. Kommt dazu, dass David Wick in seinen wenigen Einsätzen nach seiner schweren Knieverletzung andeutete, dass er spätestens nächste Saison für die Mannschaft eine wichtige Stütze werden könnte.
Das gleiche Szenario gilt für die Verteidigung. Neben den bewährten Kräften wie Dominik Lang, Jerome Zucker, Fabian Frei, Linus Staubli trat mit Lukas Schwenkfelder ein Spieler in den Fokus, der bis anhin nur eine Nebenrolle inne hatte. Als Abräumer blühte der Murianer zusehends auf. Dabei kommen dem nebenamtlichen Schwinger seine Standhaftigkeit und seine Kraft zugute. Augenfällig ist auch, dass der 25-Jährige agiler geworden ist und ein gutes Auge für die Situation hat.

Gegen Leistungsschwankungen nicht gefeit

Die positive Entwicklung täuscht aber nicht darüber hinweg, dass die Mannschaft gegen extreme Formschwankungen nicht gefeit ist. So hat man es am vergangenen Freitag in Nyon verpasst, den Sack gegen einen mittelmässigen Gegner frühzeitig zuzumachen. Was in der hektischen Endphase beinahe noch bestraft wurde. Die Waadtländer brennen nun morgen Samstag in Muri auf Revanche. Ziehen die Murianer Spieler und der Trainer aus dieser Begegnung die richtigen Schlüsse, sollte der vierte Sieg in Serie Tatsache werden. Ein solches Szenario hätte ein weiteres Vorrücken in der Tabelle zur Folge. Spannend zu beobachten wird sein, wie die Welschen auf die hoffentlich grosse Zuschauerkulisse in Muri reagieren. Denn mit einem Zuschauerschnitt von rund 50 Personen spielt Nyon zu Hause meist vor einer spärlichen Kulisse.

Vorschau
 
Sa, 09.03.2019 | 16:00 Uhr
TV MURI - HBC Nyon
Muri Bachmatten
1. Liga