Nach dem knappen Sieg von letztem Wochenende erspielte sich der TV Muri nun im Rückspiel gegen Nyon einen klaren Sieg. Dank mehr Ausdauer und Durchhaltevermögen konnten die Freiämter ihre Favoritenrolle wahrnehmen und setzten sich vor allem gegen Spielende eindeutig durch.

(dw) Für die Gastgeber gestaltete sich die Spielvorberteiung als heimtückisch. Auswärts haben sie Nyon schon zwei Mal gegen diese Mannschaft gewonnen. Am letzten Wochenende hatte man sich aber mehr als schwergetan und ist mit einem dunkel blauen Auge und zwei Punkte davongekommen. Und nun, bei der dritten Begegnung, reisen die Westschweizer mit sieben Spielern an. Sieben, also gerade genug um den Platz zu füllen und keinen einzigen Auswechselspieler. Sich trotzdem auf das eigene Aufwärmen zu konzentrieren und nicht darüber nachzudenken was passieren würde, falls Nyon eine rote Karte bekommt oder sich jemand verletzt, gestaltete sich als schwierig. Natürlich auch der Fakt das alle Spieler zwangsläufig durchspielen müssen, da der Trainer gar keine andere Wahl hat, könnte zu Leichtsinnigkeit bei den Gastgebern führen. Ob die Anreise mit spartanischen Kader dreist war oder ein Akt der Verzweiflung ist Interpretationssache. Die Konsequenzen eines solchen Kaders hat Nyon vor allem im letzten Drittel der Partie zu spüren bekommen. Da das vergangene Spiel nicht gänzlich emotionslos war, liessen sich die Freiämter von diesen Umständen nicht beirren und spielten gnadenlos von Anfang an.

Für einmal war das schwächere Glied nicht die Offensive, sondern die Verteidigung. Die Freiämtern konnten sich gute Chancen mit nur wenigen Pässen erspielen. Leider machte man es den Westschweizern gleichzeitig auch einfach Torerfolge zu feiern. Nach vier Spielminuten wurde bereits acht Mal erfolgreich abgeschlossen, Spielstand 4:4. Dies soll der letzte Gleichstand für die erste Halbzeit sein. Die Freiämter nahmen ihre Favoritenrolle war und diktierten den Noyner ihr Spiel auf. In der achten Minute stand es bereits 8:4 für die Klosterdörfler. Die Westschweizer konnten sich dann mit drei bis hier Toren Rückstand etwas fangen und so ihre Hypothek stabilisieren. Mit einem vier Tore Vorsprung ging es auch in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel schienen die Murianer schon etwas zu entspannt und zu sicher das Spiel zu gewinnen. Man hat nicht mehr mit sieben so kämpferischen Nyoner gerechnet. Prompt gelang den Westscheizern ein Lauf um wird Gleichstand zu erzielen, zum 17:17 in der 34. Minute. Diese Leistung ist ihnen hoch anzurechnen. Nachdem der Überraschungseffekt abgeklungen war fing sich Muri wieder und übernahm erneut die Kontrolle. West hielt noch mit bis in die 40. Minute, doch dann begann ihr dünnes Kader zu ihrem Verhängnis zu werden. Muri konnte dank der vollen Bank während des gesamten Spieles gut durchwechseln und stets frische Kräfte auf die Platte bringen. Deshalb war es möglich die Westschweizer in den letzten 20 Minuten mit 19:7 zu schlagen. 12 Tordifferenz in nur 20 Minuten ist etwas beinahe präzedenzlos.

Gut für die Murianer Seele

Ein solcher Sieg ölt natürlich den murianer Motor. Bei beiden Auswärtsspielen konnte man zwar gegen Nyon gewinnen, doch immer nur knapp. Nie war es möglich gewesen dieser Mannschaft das eigentliche Potential der Freiämter zu demonstrieren. Die Auswärtsspiele mit den langen Anreisen und den verhaltenen Leistungen waren trotz der Punkte stets etwas Motivations dämpfend gewesen. Dazu kommt, dass die Spielphilosophie der Klosterdörfler nicht wirklich mit jener von Nyon kompatibel ist. Dies führte stets zu Spielen mit vielen Emotionen und manchmal kleinen Unsportlichkeiten. Dies erklärt auch die fehlende Gnade der Murianer in den letzten Spielminuten. Die Nyoner waren geschlagen und erschöpft. Doch liess Muri nicht locker und lieferte eine Retourkutsche mit fairen handballerischen Mittlen ab. Eine Niederlage die Nyon so schnell nicht vergessen wird. Ein Sieg der Muri wieder in Top Zustand bringt, auf mentaler Ebene sowie auch auf der Tabelle.

Wieder nach Westen

Nächsten Samstag spielt Muri wieder gegen ein westschweizerisches Team. Das Heimspiel gegen den HBC West verloren die Murianer mit nur einem Zähler Mitte Januar. Die Mannschaft hat seit da eine positive Entwicklung durchgemacht und wird für die Lausanner eine harte Herausforderung sein.

Handball, Männer 1. Liga Finalrunde Gruppe 2, TV Muri – HBC Nyon 38:26 (17:13)
Muri Bachmatten – Zuschauer: 260 SR: Grünig Pascal, Nauer Christian. Strafen: 6 Mal zwei Minuten gegen Muri, 6 Mal zwei Minuten gegen Nyon
Muri: Wipf, Kaufmann Yorick (1), Staubli (5), Frei (3), Lang Dominik, Schwenkfelder, Lang Daniel (1), Kaufmann Tobias (4), Femiano (9/3), Heusi (4), Schleiss, Zucker (7), Wick (4)
Nyon: Aebi (5), Rosas (7/4), Bayunga (2), Fässler (3), Poret (5), Leyss, Terrier (4)
Bemerkungen: Muri ohne Jan Heusi. Siebenmeter: Muri (3/4), Nyon (4/5)