Die drei verbleibenden Meisterschaftsspiele erlebt Reinhard Sauer noch als Sportchef des TV Muri. Danach ist Schluss. In guter Erinnerung bleibt ihm einiges. Er weiss aber auch, dass die Mannschaft in seiner Amtszeit ihr Potential nicht zu hundert Prozent ausgeschöpft hat.

(ws) Seit 45 Jahren ist Handball sein Wegbegleiter. Seit gut drei Jahren ist er für den TV Muri in der Funktion als Sportchef tätig. Auf das Saisonende hin hat Reinhard Sauer nun dimensioniert. Seine private Situation lässt ein solches Engagement nicht mehr zu. „Ich und meine Partnerin haben uns neu orientiert und werden uns vermehrt im Ausland aufhalten. Dadurch hätte ich enorm viele Absenzen. Dem Amt und dem Verein gegenüber wäre das nicht fair. Darum finde ich, dass es besser ist, wenn jemand anders diese Funktion ausführt“, sagt Reinhard Sauer. Auf die Frage, ob er seine Ziele, die er sich beim Amtsantritt gesetzt hat, erreicht habe, antwortet er: „Nicht alle. Aber das Hauptziel, den Ligaerhalt haben wir jeweils im Dezember mit dem Erreichen der Finalrunde gesichert. Ich hätte mir aber erhofft, dass man das Potential, das in der Mannschaft steckt, besser ausgenutzt hätte.“ Damit meint er, dass die Mannschaft einen Schritt ganz an die Spitze, was möglich gewesen wäre, verpasst hat.

Gute Resultate trotz tiefer Trainingspräsenz

Dass dies nicht geklappt hat, dafür gibt es für ihn mehrere Faktoren, die nur teilweise beeinflussbar sind. „Verletzungen sind schwierig zu steuern. Auf diesem Niveau ist man auf Teamstützen angewiesen. Wenn dann gleich drei davon ausfallen, kann man sich nicht nach vorne orientieren“, nennt er einen Grund. Die Trainingspräsenz könne man aber beeinflussen. Um weiter zu kommen, ist ein zusätzliches Training unbedingt von Nöten, fügt er an. Es sei nun einmal so, dass bei vielen jungen Spielern die allgemeinen Interessen breit gestreut seien und Handball aus verschiedenen Gründen nicht immer erste Priorität habe. Die Feststellung, dass man zurzeit nur bei rund 1.8 Trainings pro Spieler pro Woche sei, spreche für die Qualität der Mannschaft.
Zur Leistung der aktuellen Saison sagt Sauer: „In erster Linie möchte ich dem Trainer ein Kompliment aussprechen, wie er in dieser schwierigen Lage, wo mehrere Leistungsträger verletzt ausgefallen sind, improvisiert und die richtigen Schlüsse gezogen hat. Wenn man in Betracht zieht, dass man im Januar von den vier Niederlagen, zweimal in letzter Sekunde einen Gegentreffer erhalten hat, kann man sich selber ausrechnen, wo man stehen könnte.“ Deshalb müsse man die Niederlagen relativieren. Es sei stark, wie die Mannschaft aktuell auftrete, fügt er an.

Derbysiege bleiben in Erinnerung

Die drei Jahre bleiben ihm aber positiv in Erinnerung. Speziell das Cupspiel 2018 gegen St. Othmar St. Gallen hat es ihm angetan: „Wir haben gegen ein NLA-Team in der ersten Halbzeit 16 Tore erzielt. Da hat man gesehen, was in der Mannschaft steckt.“ An erster Stelle kämen bei ihm aber die fünf Derbysiege gegen Wohlen. Das seien echte Highlights gewesen, ergänzt er.

Morgen Samstag kommt es in Olten zur Revanche. In schlechter Erinnerung ist den Freiämtern das Hinspiel, welches man in letzter Sekunde verloren hatte. Im wohl besten Saisonspiel wurde Muri schlecht belohnt. In der aktuellen Verfassung beider Mannschaften kann man davon ausgehen, dass es erneut eine enge Kiste wird. An Stimmung wird es bei den handballbegeisterte Solothurnern nicht fehlen. Mit einem Sieg würde Olten einen grossen Schritt Richtung Aufstiegsspiele machen. Bei Muri hingegen geht es um Prestige. Für die Freiämter liegt wohl im besten Fall Rang drei noch in Reichweite. Bei einer schlechten Ausbeute in den drei letzten Saisonspielen könnte es aber auch Rang sechs werden.