Der TV Muri unterlag den technisch Versierteren Solorthuren am Samstag. Die Freiämter konnten sich dank viel Kampfeswillen und Emotionen lange im Spielhalten. Die SG HV Olten hatte mehr Varietät und Ressourcen und konnten so den Murianern am Schluss davonziehen.

(dw) Das letzte Auswärtsspiel in Olten ruft bei den Murianern nichts als Grauen hervor. Mal hatte eine mehr als ungenügende Leistung gezeigt und wurde regelrecht vernichtet. Das Highlight war, dass man in den letzten Sekunden doch noch einen zweistelligen Zähler erzielten konnte. Für das Spiel vom Samstag hätte man demensprechend verunsichert oder eingeschüchtert sein können. Das kommt den Charakter starken Spielern aus dem Freiamt nicht in den Sinn. Vom ersten Moment an ist es offensichtlich das sie ihre Haut diese Mal nicht so billig verkaufen. Die etwas überheblich wirkenden Solothurnern lernten das schnell. Ihr erster angriff war noch sehr locker und mit 50 % Einsatz. Dies bestrafften die Freiämter postwendend. Parade Wipf, Tor Zucker 0:1 für die Underdogs. Olten, jetzt selbst etwas verunsichert, griff bestimmter an. Trotzdem fanden sie keine Lücke in der Murianer defensive. Oft sahen sie sich dem Zeitspiel gegenüber. Nach fünf Minuten Spielzeit lag Muri mit zwei Toren in Führung, 2:4. Damit hatte man in Olten nicht gerechnet Bei ihrer letzten Begegnung hatte Muri in den ersten 30 Minuten nicht so viele Tor erfolge. Die Teams begannen sich immer mehr einzupendeln. Olten erholte sich von ihrem schwachen Start und ein Kopf an Kopfrennen begann. Aus dem 5:5 wurde ein 6:6, ein 7:7, und in der 20. Minute ein 8:8. Auffallend war wieviel Schwierigkeiten es Olten machte aus dem Spiel heraus einen Treffer zu erzielen. Von ihren acht Treffern waren vier via Siebenmeter. Ob diese zwingend waren oder nicht lassen wird aussen vorgelassen, Fakt ist, die Verteidigung funktionierte. Trotz der individuellen Klasse der Gastgeber, von welchen beinahe alle auch in höheren Ligen als in der 1. Liga spielen. Ein letztes Mal legte Muri noch vor zum 9:9. Nun schien sich Olten ihrer Favoriten Rolle mehr bewusst und übernahm das Zepter. Sie begannen nicht nur die Tore vorzulegen, sie versuchten sogar davonzuziehen. Muri wollte das nicht zulassen und blieb hartnäckig. Unter diesen Umständen erspielte sich Olten einen zwei Tore Vorsprung zur Pause.

Auch nach dem Seitenwechsel kämpften sich die Freiämter stets wieder zum Anschlusstreffer. So viel Kampf kostet natürlich auch viel Energy. Dies merkte man dem Rumpfkader der Klosterdörfler je länger je mehr an. Aus dem 15:14 wurde ein 20:14, eine grosse Hypotheke gegen diesen Gegner. Die Murianer erholten sich von dieser Schwächephase und konnten das Resultat wieder etwas stabilisieren. Der Energy Ballon war leer, die Luft draussen. Keine Motivation konnte dies ändern. Die Murianer hatten mehr Mühe ein Tor zu erzielen und die Oltener kamen einfacher zu Chancen. So konnten die Solothurner ihren Vorsprung Stück für Stück ausbauen. Die Murianer liessen sich nicht abschlachten und kämpften noch so gut sie konnten und verliessen trotz des Resultats mit erhobenem Haupt die Halle.

Büetzer gegen (Halb-)Profis

Die Verbesserung der Freiämter von den beiden Auswärtsspielen gegen Olten war markant. Man hat in Solothurn gezeigt wie gut man eigentlich Handball spielt im Freiamt. Um einen Sieg zu erringen hat es leider noch lange nicht gereicht. Dies ist aber eigentlich auch nicht zu erwarten. Die Oltener haben das Ziel in die National-Liga B aufzusteigen. Sie haben viel investiert und spielen dementsprechend guten Handball. Alle ihre Spieler haben das Privileg als Profi oder halb Profi ihre Leidenschaft auszuleben. Bei den Murianern ist der Handball eben nur, in Anführungsstrichen, eine Leidenschaft. Mit drei Trainings pro Woche ist es nicht möglich eine solch breite Spielqualität zu erreichen wie es Olten hat. Umso mehr Spass hat es den Freiämtern-Büezter gemacht Olten für ihre Punkte zum Stolpern zu bringen. Die Tordifferenz war am Schluss verhältnismässig gross. Nun da der TV Muri der SG HV Olten eine gute Herausforderung war, wünscht ihnen der TV Muri viel Erfolg auf der Reise in die Nationlliga-B.

Letztes Saison Heimspiel

Am kommenden Samstag hat Muri ihren Kloster-Rivalen aus Einsiedel eingeladen. Das letzte Heimspiel der Saison wird wie gewohnt um 16.00 angepfiffen. Dieses Spiel hat sehr viel Symbolcharakter. Es ist das Schlusslicht einer erfolgreichen und belebenden Handballsaison für die Bachmatten. Das Team wird noch einmal alles geben um den Zuschauern ein attraktives Spiel zu zeigen.

Handball, Männer 1. Liga Finalrunde 02 HC Olten – TV Muri 30:21 (13:11)
Olten Kleinholz Zuschauer 105 – SR: Pfister Ulrich, Schädeli Beat. – Strafen: 8 Mal 2 Minuten gegen Olten, 4 Mal 2 Minuten gegen Muri
Olten: Burri Michael (1), Schwab (1), Zehnder (8), Burri Martin (4), Parkhomenko (3), Aufdenblatten (2),Locatelli, Peter (5/5), Graber , Büttiker, Brandt (2), Laube (1), Christ (2), Voelkin (1)
Muri: Wipf, Staubli (3), Frei (2), Lang Dominik, Schwenkfelder, Daepp, Lang Daniel (1), Femiano (6/2), Heusi (4) Zucker (4), Wick (1).
Bemerkungen: Muri ohne Kaufmann Yorick und Tobias, Schleiss.- Siebenmeter: Olten 5/6, Muri 2/4