Der Rückraumspieler Jonas Heusi ist für den TV Muri eine Bereicherung. Ende Saison verlässt der Linkshänder aber die Freiämter. Sein Studium verschlägt ihn in eine andere Region. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum er kürzertritt.

(ws) Muris Rückraumspieler Jonas Heusi hat beinahe perfekte Anlagen, um im Handball durchzustarten. Mit einem Meter neunzig hat er auch die richtige Grösse. Vor allem aber ist er Linkshänder. Eine Spezies, die im Handball rar ist. Diese Eigenschaften gemischt mit seiner Dynamik, machte ihn in den vergangenen drei Jahren in Muri zu einem Leistungsträger. Wenn er anläuft und die Gegner ihn nicht frühzeitig abblocken, ist die Chance gross, dass der Ball im Netz zappelt. In der aktuellen Saison hat er eine Wurfquote von 4.5 Toren pro Spiel. Damit belegt er hinter Jerome Zucker und Carlos Femiano Rang drei in der internen Skorerliste.

Hohe Belastung

Heusi ist aber auch ein Beispiel dafür, dass es wenig braucht, dass eine Karriere ins Stocken kommt. So zahlt er im jungen Alter von 21 Jahren die Zeche für die grosse Belastung in den vergangenen Jahren. Im ersten Jahr mit Muri hatte er eine Doppellizenz mit den U19-Elit-Junioren von Suhr. Eine Saison später stieg er neben Muri für den damaligen NLB-Verein SC Siggenthal in die Hosen. Dies bedeutete für ihn, dass er in diesen beiden Spielzeiten an den Wochenenden meist zweimal ran musste. Da machte aber sein Körper nicht mehr mit und begann zu rebellieren. „Für die NLB reichte es körperlich nicht. Ich konnte nicht so viel trainieren, wie es nötig gewesen wäre, um dort zu bestehen“, sagt Heusi.

In der aktuellen Saison spielt er nur noch für die Freiämter. Nun hat der Seenger definitiv die Reissleine gezogen. Ende Saison ist Schluss, zumindest in Muri. „Ich werde dort wohnen, wo ich mich in der Universität einschreibe. Wo das ist, kann ich noch nicht definitiv sagen“, so Heusi. Nun wolle er auch andere Sachen ausprobieren. Und wenn es ihn wieder zum Handball ziehe, werde er dort spielen, wo er wohne.

„Angenehme Leute und tolle Stimmung“

Im Freiamt wurde er mit offenen Armen empfangen. Nicht zuletzt weil seine beiden Brüder Jan und Marc dort spielen. „In Muri traf ich auf ein tolles Team und auf angenehme Leute. Hier bekam ich auch die Möglichkeit zu spielen. In guter Erinnerung bleiben mir auch die Heimspiele mit den coolen Fans und der tollen Stimmung“. Noch ist für Heusi in Muri nicht Schluss. Gegen Einsiedeln und Yverdon hat er noch zwei Partien vor sich. Dabei kann er mit starken Leistungen dafür sorgen, dass die Klosterdörfler sich noch Rang drei schnappen. Morgen Samstag beim letzten Saisonheimspiel feiert aber nicht nur er Abschied. Auch der Gegner aus dem Kanton Schwyz schaltet einen Gang zurück. Vor einigen Wochen kündigte die Vereinsleitung an, dass man freiwillig absteigt. Damit gehen den Aargauern zumindest vorübergehend hitzige Partien verloren. Meist waren die Duelle der beiden Klosterdörfler nichts für schwache Nerven. Zuletzt hatte Muri mehrheitlich die Überhand. In bester Erinnerung bleibt das Heimspiel im November, wo man sich beim Kampf um den Einzug in die Finalrunde in einer hochstehenden Begegnung die Punkte teilte. Nun sind die Vorzeichen anders. Muri ist gemäss der Rangliste deutlich zu favorisieren, muss aber dennoch auf der Hut sein. Denn an Qualität mangelt es den Schwyzern nicht.

Vorschau
 
Sa, 13.04.2019 | 16:00 Uhr
TV MURI - HC Einsiedeln
Muri Bachmatten
1. Liga