Der TV Muri kam beim Cupschlager gegen den B-Ligisten BSV Stans nie in die Nähe einer Überraschung. Verantwortlich dafür war ein verpennter Start. Dank einer Leistungssteigerung und einem phasenweise überragenden Torhüter konnten die Unterklassigen eine drohende Abfuhr verhindern.

(ws) So haben sich die Murianer Handballer den Start gegen die oberklassigen Stanser nicht vorgestellt. 0:7 lag man nach elf Minuten hinten. Das Heimteam hatte nicht den Hauch einer Chance. Torabschlüsse waren Mangelware. Und wenn doch waren sie zu harmlos oder unpräzis. Kommt dazu, dass Torgarant Carlo Femiano keinen Millimeter Raum gelassen wurde, um in die Gänge zu kommen. Die körperlich überlegenen Nidwaldner auf der anderen Seite bestachen mit Tempo und vielen Angriffsvarianten.
Mit dem ersten Treffer der Klosterdörfler (1:7, 11. Minute) änderte sich das Geschehen auf dem Parkett schlagartig. Jetzt hatte Torhüter Tobias Wipf seinen grossen Auftritt. Im Minutentakt glänzte er mit Paraden. Dabei parierte er zwei Siebenmeter. Bis zur Pause hatte er eine Fangquote von 48 Prozent. „Zu Beginn sah es schlecht aus. Nach den ersten beiden gehaltenen Schüssen kam ich aber in einen Flow. Für mich war es schön zu beobachten, dass ich mit meinen Paraden der Mannschaft helfen konnte“, sagte Tobias Wipf. Bis auf die vielen technischen Fehler, welche auch dem Ligaunterschied zuzuschreiben seien und den letzten 15 Minuten sei die Leistung gut gewesen. Positiv sei auch gewesen, dass der Spielfluss besser gewesen sei, als gegen Kriens, zog der Torhüter Fazit.

Aus der Lethargie erwacht

Mit seiner Körpersprache riss er das ganze Team aus der Lethargie. Muri kam bis auf 4:7 an die Gäste heran. Zur Pause waren es nur fünf Tore Differenz. Aus dem Spiel heraus tat man sich aber weiterhin schwer mit Toreschiessen. Vier der acht Treffer erzielte Femiano mittels Siebenmeter.
Spektakel bot die zweite Halbzeit. Zwischen der 40. und 50. Minute bekamen die 250 Zuschauer einen offenen Schlagabtausch vorgeführt. Beinahe im Halbminutentakt klingelte es auf beiden Seite. Gegenstoss an Gegenstoss reihte sich aneinander. Der B-Ligist hatte aber den längeren Atem und setzte sich mit maximal 13 Toren Differenz ab. Auf Murianer Seite rückten neben dem Gegenstossspezialisten Carlo Femiano, Jan Heusi und Yorick Kaufmann in den Mittelpunkt. Sie rissen das Spiel an sich und gingen dahin wo es weh tut. Trotz des deutlichen Resultats schenkten sich beide Teams nichts. So kochten gegen Ende der Partie die Emotionen noch einmal hoch. Verantwortlich dafür waren einige grenzwertige Fouls, welche vom Schiedsrichterduo nicht sanktioniert wurden -echte Cupstimmung eben.

„Das war krass“

Muri muss sich eine schlechte Wurfquote und zu viele Stockfehler vorwerfen lassen. Positiv zu beobachten war, dass man kämpferisch dagegenhielt. Liesen die abgezockten Gäste einmal nach, waren die Jungs von Claude Bruggmann zur Stelle und schafften es, vorübergehend den Rückstand zu reduzieren. „Der Sieben-Tore-Rückstand zu Beginn war krass. Die Stanser machten uns in dieser Phase das Leben mit einer aggressiven Deckung schwer. Dank einer besseren Verteidigung und Tobias Wipf fanden wir bis zur Pause wieder in die Partie. Das war unsere beste Phase. Da haben wir am oberen Limit gespielt“, sagte Trainer Claude Bruggmann. Im Grossen und Ganzen sei die Leistung ok gewesen, ergänzte er.

Telegramm:

Handball: Schweizer-Cup, 1. Hauptrunde: TV Muri – BSV Stans (NLB) 21:34 (8:13)
Bachmatten, 250 Zuschauer. – SR: Reto Fallegger, Raymund Leu
Strafen: 1 mal 2 Minuten gegen Muri, 2 mal 2 Minuten gegen Stans.
Muri: Wipf, Schleiss; Femiano (10/4), Dani Lang, Dominik Lang (2), Zucker (1), Schwenkfelder, Frei (1), Jan Heusi (4), Anghern (1), Schöpfer, Burkart, Strebel (1), Y. Kaufmann (1).
Stans: Maric, Imhof; Scherrer (3), Bissig, Imfeld (1), Niederberger (1), Wanner (1), Kuster (5), Gautschi (4), Obad (3), Gwerder (3), Gnos (2), Lima (6), Skrebsky (5).
Bemerkungen: Siebenmeter: 4/4 für Muri, 2/4 für Stans. Muri ohne Staubli und T. Kaufmann.