Seit dieser Saison rückt der 22-Jährige Spielmacher Yorick Kaufmann immer mehr in den Mittelpunkt. Durch ihn ist der TV Muri unberechenbarer geworden. Seine Schwäche ist gleichzeitig seine Stärke. Gegen das Spitzenteam Altdorf ist Kaufmann und sein Team gefordert.

(ws) Beim 1.Liga-Team des TV Muri ist es allmählich an der Zeit, dass frische Kräfte nachrücken, um das schmale Kader zu verbreitern. Dabei denkt man an Akteure wie Fabian Burkart, Gabriel Schöpfer oder auch an Fabian Frei, der schon zum erweiterten Stammpersonal gehört. Von dieser Generation ist seit der laufenden Saison aber vor allem Yorick Kaufmann in Erscheinung getreten. In den ersten sieben Ernstkämpfen kam er regelmässig zum Einsatz. Seine Qualitäten als Spielmacher hat er in den vergangenen Jahren mehrheitlich in der 2. Mannschaft (2. Liga) unter Beweis gestellt. Bei Einsätzen im Fanionteam hat der 22-Jährige angedeutet, dass er mehr als nur ein Ergänzungsspieler sein könnte. Was ihm fehlte, war die Konstanz. Nun ist er definitiv in der 1. Liga angekommen. „Dadurch, dass Jan Heusi vermehrt auf der Halbposition gebraucht wird, bekomme ich meine Chance in der Mitte. Ich fühle mich wohl in dieser Position. Ich habe auch noch nie etwas anderes gespielt“, erklärt Kaufmann.

Tempo und Beweglichkeit

Das Murianer Eigengewächs hat als Spielmacher eine unkonventionelle Spielweise, mit denen er die gegnerische Verteidigung in Atem hält. Die für einen Rückraumspieler bescheidene Grösse von 1.75 Metern ist gleichzeitig seine Stärke. Andere in dieser Position suchen ihr Glück meist mit Sprungwürfen. Kaufmann hingegen wirbelt die gegnerische Abwehr mit Schnelligkeit und blitzschnellen Täuschungen durcheinander. Hat er einmal Tempo aufgenommen, ist es für die meist grossen Verteidiger schwierig, ihn am Abschluss zu hindern. Was herausschaut sind nicht nur Tore: „Meine Grösse hat Vor- und Nachteile. Für die Würfe über die Verteidigung sind andere Zuständig. Ich bin dafür schneller und wendiger und hole dadurch auch vermehrt Zweiminuten-Strafen heraus. Bei meinen Aktionen denke ich nicht allzu viel und verlasse mich auch meinen Instinkt“, so der Architekturmodellbauer.

Mehr Möglichkeiten für den Trainer

Kaufmann kommt wie gerufen. Das gefürchtete Tempospiel der letzten Jahre haben die Gegner allmählich durchschaut. Dank seiner speziellen Spielart hat Trainer Claude Bruggmann nun die Möglichkeit zu variieren. Spielt Kaufmann in der Mitte, wird das Murianer Spiel unberechenbarer. Gleichzeitig kann der andere Spielmacher, Jan Heusi, wenn er auf die Halbposition ausweicht, seine überdurchschnittlichen Qualitäten als Werfer ausspielen. Diesem Anspruch wurde der Routinier in der laufenden Saison schon mehrmals gerecht. Gegen Muotathal, am Samstag, warf er gar acht Tore.

„Da ist etwas zu holen“

Kaufmann ist aber mit dem Erreichten nicht zufrieden: „Mein Ziel ist es in der ersten Mannschaft eine Stütze zu sein. Dafür muss ich mich beim Zusammenspiel mit den anderen Spielern noch besser finden. Wie es in der zweiten Mannschaft der Fall ist“, sagt er. Dass dies gelingt, erhofft man sich auch am Samstag in Altdorf. Gegen den Absteiger steht Muri vor einer schwierigen Aufgabe. Der Trainer werde die Mannschaft richtig auf den Gegner einstellen. Da sei etwas zu holen. Auf die Rangliste angesprochen sagt er: „Ich nehme es Spiel für Spiel und probiere das umzusetzen, was der Trainer mir in der Kabine sagt“, so Kaufmann.

 

Vorschau
 
Sa, 12.10.2019 | 18:00 Uhr
KTV Altdorf - TV MURI
Ort Halle
1. Liga