Der TV Muri zeigt bei den favorisierten Altdorfern viel Kampfgeist und eine gehörige Portion Nervenstärke. Belohnt wird er dafür mit einem Punkt. Die Punkteteilung hing aber an einem seidenen Faden.

(ws) Es sah nicht gut aus für den TV Muri, als der ehemalige Einsiedler in Diensten der Altdorfer, Benjamin Vizi, gut fünf Minuten vor Schluss das 24:21 erzielte. Der NLB-Absteiger hatte zu diesem Zeitpunkt alles was Rang und Namen besass, sprich gleich vier Ausländer im Angriff auf dem Spielfeld. Gemeint sind neben dem Ungarn Vizi, der Slovake Tomas Adamcik, der Kroate Mario Jelinic (Spielertrainer) und der Deutsche Florian Henrich. Dies war auch nötig, um die kampfstarken Aargauer unter Kontrolle zu bringen. Gebraucht hat Altdorf dafür über 40 Minuten.

Muri kämpft sich zurück

Die Rechnung nach der vermeintlichen Entscheidung machten die Urner aber nicht mit den aufmüpfigen Freiämtern. Zwar sah es in der Folge danach aus, als wäre die Luft draussen. Muri versemmelte mehrere Möglichkeiten wie Gegenstösse und einen Siebenmeter, um den Zweit-Tore-Rückstand zu verkürzen. Nach dem schon erwähnten 24:21 trafen aber nur noch die Gäste. Auch Dank Torhüter Tobias Wipf, der wie schon oft in den vergangenen Wochen zur Stelle war und sein Team im Spiel hielt, war dieser Umschwung möglich. Für den vielumjubelten Ausgleich (59:30) war Jan Heusi zuständig. Genau dieser Heusi war es, der zuvor Mühe bekundete, gegen die massive Deckung der Innerschweizer Lösungen zu finden. Dazu Bruggmann: „Ich habe Jan darauf aufmerksam gemacht, dass er zu passiv agiere und dass man seine Abschlüsse nun brauche.“

„Eine solche Reaktion konnte nicht erwartet werden“

Dass es überhaupt zum Ausgleich kam, dafür war auch ein Umdenken verantwortlich. Als man sich wieder auf das Tempospiel besann, fielen die Tore. Yorick Kaufmann (54:50) und Carlo Femiano (58:33) reduzierten auf diese Weise den Rückstand wieder auf das Minimum. „Eine solche Reaktion konnte nicht erwartet werden. Ich habe es aber erhofft“, sagt Muri-Trainer Claude Bruggmann. Die meisten Abschlüsse von Altdorf seien von ihren Shootern von der zweiten Reihe abgegeben worden. Torhüter Tobias Wipf sei immer wieder gut dafür, dass er solche Bälle pflücken könne, erklärte Bruggmann weiter.

«Eine solche Reaktion konnte nicht erwartet werden»

Claude Bruggmann | Trainer TV Muri

Aufwärtstrend unverkennbar

Muri lieferte in Altdorf die Bestätigung des Muotathal-Sieges. Zum Erstaunen der 150 Zuschauer waren es die Gäste, die bis nach der Pause am Drücker blieben. Mit einer massierten Abwehr, wo in Abwesenheit von Jerome Zucker, Lukas Schwenkfelder noch mehr Verantwortung übernahm, liess man die Altdorfer Rückraumhünen so wenig wie möglich in den Abschluss kommen. Mit dem Resultat, dass man erst nach 37 Minuten in Rückstand geriet. Die Augen gerieben, hat man über den Auftritt von Lukas Schwenkfelder. Der Schwinger in Diensten der Klosterdörfler kam nämlich direkt von einem Fussballturnier mit seinen Schwinger Kollegen. Kam noch dazu, dass er, der normalerweise nur in der Deckung eingesetzt wird, Jerome Zucker auch am Kreis ersetzte und durchspielte. „Lukas ist für uns in der Defensive der Fels in der Brandung“, so Bruggmann.

Wie schon gegen Muotathal bewies Muri, dass die Spielanlage flexibler geworden ist. Dadurch ist die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Den Beweis dazu lieferte man, als der widergenesene Carlo Femiano nach einer starken ersten Hälfte von den Urnern nach der Pause über weite Strecken kontrolliert wurde. In die Bresche sprangen im Angriff Leute wie Yorick Kaufmann und Jan Heusi. Auch der rechte Flügel, Dani Lang traf in wichtigen Momenten. In der Verteidigung trugen Linus Staubli und Fabian Frei das ihre dazu bei.

 

Telegramm:

Handball: 1. Liga, Gruppe 3: HC KTV Altdorf - TV Muri 24:24 (12:13)
Feldli, 130 Zuschauer. – SR: Desbois Jean-Luc und Abdelmouttalib Razak
- Strafen: 4 mal 2 Minuten gegen Muri, 2 mal 2 Minuten gegen Altdorf.
Muri: Wipf, Daepp; Femiano (11/3), Dani Lang (2), Dominik Lang, Y. Kaufmann (4), Schwenkfelder, Frei, Jan Heusi (6), Staubli (1), Käser, Schöpfer.
Altdorf: Ulrich, Amrein; Gisler, Arnold, Aschwanden (2), Häusler, Mulle, Fallegger, Auf der Mauer (2), Henrich (4), Jelinic (5), Adamcik (6), Vizi (5).
Bemerkungen: Siebenmeter: 4/5 für Muri, 6/6 für Altdorf. Muri ohne Zucker, T. Kaufmann, Burkart.