Für die Freiämter 1.-Ligisten, Handball Wohlen und TV Muri, steht mit dem Lokalderby der erste Saisonhöhepunkt an. Am Samstag in der Bachmattenhalle geht es aber in erster Linie um Ruhm und Ehre. Die Ausgangslage ist offen, wie schon lange nicht mehr.

(ws) Emotionen auf den Rängen. Knallharte Duelle, an der Grenze des Erlaubten, auf dem Parkett. Nicht wenige Male wurde diese Grenze überschritten. Dazu kamen unfreundliche Dialoge und Zeichensprachen zwischen Spielern, Publikum und Funktionären. Wenn der TV Muri und Handball Wohlen sich in den vergangenen Jahren einander gegenüber standen, ging meist die Post ab. Vor allem seit Muri nach einer kurzen Durststrecke die Freiämter Herrschaft seit 2017 wieder übernommen hat. Und wie: Fünf Begegnungen hintereinander wurden gewonnen. Die drei Letzten davon deutlich. Im Dezember 2017 gewann Muri gar auswärts mit 14 Toren Differenz.

Wohlen mit spektakulärem Neuzugang

Nun ist es wieder soweit. Aufgrund des langweiligen Modus, wo Muri und Wohlen die Positionen für die Abstiegsrunde wohl bereits bezogen haben, kommt das Lokalderby wie gelegen. Dass es am Samstag beim ersten von wahrscheinlich vier Duellen ruhiger zu und her gehen könnte, ist kaum vorstellbar. Handball Wohlen scheint sich gefangen zu haben. Die Resultate sprechen zwar eine andere Sprache. Von der Leistung her waren die Nordfreiämter aber an den meisten Spitzenteams dran. Erst in den Schlussphasen vergaben sie mögliche Siege. Nun haben sie noch einen Joker gezogen. Mit dem Polen Wladyslaw Makowiejew wurde vor zehn Tagen ein wurfstarker ausländischer Rückraumspieler verpflichtet. Bei seinem ersten Einsatz, am vergangenen Samstag gegen das Spitzenteam Emmen, setzte er mit 12 Treffern eine deutliche Duftmarke. Wohlen lebte aber nicht nur von ihm. Der gesamte Rückraum ist ein Bollwerk. Neben dem Polen präsentierten sich auch Adrian Studerus (13 Tore) und Andreas Stierli (6) von der besten Seite.

Muri im Aufwärtstrend

Ob sich Muri davon beeindrucken lassen wird, ist kaum anzunehmen. Auch Muris Formkurve zeigt nach oben. Bewiesen hat man dies, nach dem Sieg gegen Muotathal vor zwei Wochen, auch letzten Samstag in Altdorf. Das Spitzenteam ist wie Wohlen mit einem überdurchschnittlichen Rückraum ausgestattet. Einen besseren Probelauf für das Derby hätte es gar nicht geben können. Muri bestand die Prüfung und erkämpfte sich ein Unentschieden. Und dies ohne ihre Lebensversicherung in der Verteidigung und am Kreis, Jerome Zucker. Auch in Sachen Spielanlage ist Muri zumindest auf Augenhöhe. Das Tempospiel, welches auf den Torgaranten Carlo Femiano zugeschnitten ist, ist immer noch das Kernstück. Sonst hat sich einiges verändert. Mit Yorick Kaufmann kam ein frischer Wind in den Angriff. Agiert er als Spielmacher, ist Muri unberechenbar. Wenn Jan Heusi hingegen diese Position besetzt, ist die Spielart durchschaubarer aber nicht weniger Effizient. So oder so: Auf Grund der Vorzeichen scheint das Derby offen wie schon lange nicht mehr. Die Suppe für ein Handballleckerbissen ist angerührt. Nur fehlen noch die Zutaten, sprich eine prallgefüllte Halle und ein Spiel, das bis zur letzten Sekunde offen bleibt.

Vorschau
 
Sa, 19.10.2019 | 16:00 Uhr
TV MURI - Handball Wohlen
Muri Bachmatten
1. Liga