Der TV Muri ballert den ewigen Rivalen aus der Halle –zumindest nach der Pause. Anders lässt sich das gebotene vor 420 Zuschauern nicht beschreiben. Bei Muri überragt das Kollektiv. Wohlen hingegen zerfällt in Einzelteile.

(ws) Beim Freiämter Derby TV Muri gegen Handball Wohlen läuft die 50. Minute. Soeben hat Jerome Zucker das 29:20 erzielt -die endgültige Entscheidung. Auf Murianer Seite ist Feiern angesagt. Ganz anders die Gemütslage der Nordfreiämter. Nidergeschlagen sitzen Trainer und Ersatzspieler auf der Bank. Arrivierte Kräfte wie Andreas Stierli, Adrian Studerus und Wladyslaw Makowiejew haben der zweiten Garde Platz gemacht. Das Trainerduo wirkt auf der einen Seite geschockt aber auch ratlos.

Wohlen wird nach 40 Minuten überrannt

Das gebotene auf dem Parkett wirft Fragen auf. Nach einer ansprechenden Leistung bis zur 42. Minute ist der Ofen aus. Zu diesem Zeitpunkt trafen die Gäste zum 22:20. Eine heisse Endphase kündigte sich an. Was danach kam, damit hat niemand gerechnet. Die Mannschaft zerfällt in Einzelteile. Der Unmut ist dem zahlreich erschienen Wohler Anhang nach dem Spiel ins Gesicht geschrieben. „Heute haben wir wirklich gedacht, dass etwas zu holen ist. Die Mannschaft war gegenüber dem Emmen-Spiel nicht wieder zu erkennen. Eine solche Einstellung wirft Fragen auf“, war zu hören.

Muri wankt nur kurz

Dass Wohlen in der Höhle des Löwen unterging, hat aber auch mit den Gastgebern zu tun. Von Anfang an war Muri am Drücker. Nach 15 Minuten führte man mit fünf Toren. Herausragend dabei Torhüter Tobias Wipf, der mit Fünf Paraden den Schaden in Grenzen hielt. Die Verteidigung vor ihm stand wie eine Bank. Wohlen wirkte ideenlos. Einzig Adrian Studerus traf regelmässig. Aber auch ihm wurde im Laufe der Partie der Zahn gezogen. Dass die Entscheidung erst nach 40 Minuten fiel, hat mit einem 4-minütigen Durchhänger der Klosterdörfler vor der Pause zu tun. Jetzt wankte Muri. Wohlen verkürzte bis zur Sirene auf ein Tor. Nach dem Wechsel hielt das Aufbäumen der Gäste an. Auf mehr als zwei Tore kamen die Jungs von Trainer Daniel Lehmann aber nicht heran. Muri liess sich davon nicht beeindrucken und nahm das Spiel wieder in die Hand.

Muri mit starkem Kollektiv

Man kann es drehen wie man will. Muri war beim ersten Saisonderby eine Klasse besser. Vor allem agierten sie als Team. Stark spielte die rechte Angriffsseite mit den Linkshändern Daniel und Dominik Lang. Zusammen erzielten sie acht Tore. Überzeugend war auch die Darbietung von Jan Heusi, zumindest bis er nach einer Fingerverletzung zurückgebunden wurde. Für ihn sprang Linus Staubli in die Bresche. Bei seinem wohl besten Saisonspiel (5 Tore) bestätigte er die Wichtigkeit in diesem Team. Jerome Zucker und Carlo Femiano standen den anderen Akteuren in nichts nach. Yorick Kaufman wirbelte wie gewohnt, wenn er auch zu wenigen Abschlüssen kam. In dieser Verfassung gehört Muri zu den Top Teams in der Gruppe. Man kann gespannt sein, was für die Klosterdörfler in der zweiten Qualifikations-Hälfte noch möglich ist.

Telegramm:
Handball, 1. Liga, Gruppe 3: TV Muri – Handball Wohlen 34:25 (15:14)

Bachmatten, 420 Zuschauer. – SR: Ben Romdhane Ameur, Cleda Vincent
- Strafen: Je 4 mal 2 Minuten gegen Muri und Wohlen.
Muri: Wipf, Schleiss; Femiano (10/4), Dani Lang (4), Dominik Lang (4), Zucker (4), Schwenkfelder, Frei (1), Jan Heusi (5), Schöpfer, Burkart, Y. Kaufmann (1), Staubli (5).
Wohlen: Rudi, Dufner; Frey (4/2), Bolliger (4), Eser, Stierli (1), Büchler, Studerus (6/4), Faiss (3), Makoiewjew (2), Sladoje, Burgherr (5).
Bemerkungen: Siebenmeter: 4/4 für Muri, 6/6 für Wohlen.