Dem fragwürdigen Modus zum Trotz bot die Hinrunde der Qualifikation für den TV Muri einige spannungsgeladene Partien. Mit den Spitzenteams war man auf Tuchfühlung. Ein Highlight war das Derby gegen Wohlen vor über 400 Zuschauern.

(ws) Sieben Spiele sieben Punkte: Nach der Hälfte der Qualifikationsrunde ist der TV Muri im Soll. Leistungsmässig hatte es zumindest zu Beginn Luft nach oben. Dementsprechend verliefen die ersten Spiele harzig. Dazu sagt Trainer Claude Bruggmann: „Unsere Leistung war durchzogen. Gegen Schluss wurden wir aber besser.“ Gegen die Topteams Emmen, Olten, Altdorf und Muotathal wusste Muri zu überzeugen. Muotathal wurde besiegt, in Altdorf holte man ein Unentschieden. Mit den Teams auf den Rängen eins und zwei, Olten und Emmen, konnte man mithalten. In den Entscheidenden Momenten fehlte aber das Wettkampfglück oder auch eine Spur Klasse, um in diesen Begegnungen zu Punkten. „Die teilweise gewichtigen Absenzen, die wir hatten, haben uns Punkte gekostet“, ergänzt Bruggmann.

Ärgerliche Niederlage

Das einzige Ärgernis war die Niederlage in Dagmersellen. Nicht wegen der Leistung. Diesbezüglich überzeugte Muri. Ärgerlich war ein zweiminütiger Durchhänger in der Endphase. Zwischen der 57. und 59. Minute liessen sich die Freiämter vom Heimteam buchstäblich überrennen und kassierten drei Treffer im Halbminutentakt. Zuvor war Muri meist am Drücker, verpasste es aber entscheidend wegzuziehen. Zu guter Letzt wurden Wohlen und Kriens deutlich besiegt. Schliesslich sind es die fehlenden Punkte von Dagmersellen, die schmerzen. Mit zwei Zählern mehr wären die Klosterdörfler noch näher dabei im Kampf um die beiden Aufstiegsplätze.
Dass man in dieser Hammergruppe vorne hätte mitspielen können, damit hat im Vorfeld der ersten Saison mit dem neuen Modus (Rang eins und zwei sind für die Aufstiegsrunde qualifiziert. Der Rest bestreitet im Frühling die Abstiegsrunde) aber niemand gerechnet. Betrachtet man die Resultate der Spitzenteams und das Leistungsvermögen der Freiämter wäre ein solches Szenario aber möglich, sogar jetzt noch. Dazu müsste aber alles passen. Vor allem personell müsste man aus dem Vollen schöpfen können. „Wir nehmen es Spiel für Spiel aber mit einem Auge schaue ich nach vorne. In den nächsten beiden Partien gegen Kriens und Dagmersellen sind vier Punkte Pflicht, danach schaue ich, wo wir stehen“, meint Bruggmann. Realistischer ist, dass sich die Mannschaft für die Abstiegsrunde (Beginn im Januar) in Position bringt. Denn diese wird je nach Gruppenauslosung kein Schaulaufen.

Positive Entwicklung

Nichtsdestotrotz kann Muri einem solchen Szenario gelassen entgegensehen. Einen Trumpf, den man besitzt, ist die Abwehr. Das Bollwerk bildete den Grundstein für die aktuelle Stärke der Mannschaft. Im Angriff ist man agiler geworden. Sogar die schwächelnde rechte Angriffsseite vermochte je länger die Saison dauerte umso mehr Akzente zu setzen. Auch das Toreschiessen ist auf mehreren Schultern verteilt, als die Jahre zuvor. „Mit der Entwicklung bin ich zufrieden. In der Verteidigung haben wir uns gefestigt. Im Angriff haben wir uns stark verbessert. Wenn wir personell gut besetzt waren, stimmten die Resultate. Ich hoffe es geht die nächsten Spiele so weiter“, sagt Bruggmann.


Morgen in Kriens kann Muri eine Serie von drei ungeschlagenen Spielen fortsetzen. Tabellenletzter hin oder her, die Luzerner werden ihre Haut so teuer wie möglich verkaufen. Zu spüren bekam dies vor zwei Wochen der NLB-Absteiger Altdorf, der nach einem zwischenzeitlichen Rückstand von sieben Toren, die Partie schliesslich hauchdünn doch noch für sich entschied.

Vorschau
 
Sa, 02.11.2019 | 17:00 Uhr
HC Kriens - TV MURI
Kriens Meiersmatt
1. Liga