Auf die aufreibende Niederlage gegen den Tabellenletzten folgt der nächste Tiefschlag für den TV Muri. In einem mehrheitlich ruhigen Spiel verliert das Heimteam zum Schluss die Kontrolle über das Spielgeschehen und gibt einem hartnäckigen Dagmersellen die zwei Punkte mit auf den Heimweg.

(od). Das erste Spiel gegen die Innerschweizer blieb den Murianern in unangenehmer Erinnerung. Nach dem man sich den grössten Teil der Partie gut mit dem Gegner zurechtgefunden hatte, verlor man in den Schlussminuten die entscheidenden Aktionen und musste sich zähneknirschend geschlagen geben. Als hätte diese Erfahrung noch nicht gereicht hat sich dieselbe Geschichte in einer noch dramatischeren Manier wiederholt – und das noch vor heimischem Publikum. Nicht einmal die zwischenzeitliche Führung von sechs Toren haben gereicht, um sich den Sieg zu sichern.

Verhängnisvolle Schlussphase

Die Murianer erwischten einen etwas besseren Start in die Partie als ihre Gegner. Zwar wurden sie von einer sehr offensiven Defensive der Innerschweizer etwas überrascht, konnten aber trotzdem einige Tore für sich verbuchen. Auf der Gegenseite biss sich das Auswärtsteam zunächst an der Freiämter Verteidigung die Zähne aus. Dank einer geschlossenen Leistung seiner Vordermänner konnte Torhüter Wipf seinen Kasten ganze sieben Minuten sauber halten, bevor der erste Dagmerseller ihn bezwang. Danach wechselte die Spielstimmung immer wieder zwischen den beiden Mannschaften hin und her, sodass sie sich gegenseitig mehrmals die Führung abnahmen. Infolgedessen konnten sich die Murianer mit einem kleinen Zwischenhoch einen Vorsprung von zwei Toren für die Pause sichern.

Nach dem Seitenwechsel setzte das Heimteam den Trend gleich fort. Die Schützen wechselten sich im Angriff erfolgreich ab und die Verteidigung zwang den TV Dagmersellen regelmässig zu schwierigen Abschlüssen im Zeitspiel. Diese Darstellung stimmt zumindest für die ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit. Was darauf folgte war eine der längsten Torflauten, welche die Murianer in jüngster Zeit hatten. Auf einmal war es wie eine verkehrte Welt im Gegensatz zu dem, was das Heimteam bisher gezeigt hatte. Ganze 14. Minuten lang suchte man erfolglos einen weg, den frisch eingewechselten Torhüter Alois Schöpfer zu bezwingen. Im Gegenzug dazu hatten die Gegner doch noch das Rezept gefunden, um die Murianer Abwehr zu knacken und zerstückelten nach und nach den Vorsprung des Heimteams, bis man schliesslich wieder die Führung übernehmen konnte.
Nach einer unaufgeregten Stimmung für den Grossteil der Partie wurde die Bachmattenhalle für die letzten Minuten plötzlich zum Hexenkessel. Yorick Kaufmann schaffte zu Beginn der letzten Minute wieder einen Torerfolg und konnte die Partie einmal mehr ausgleichen. Die Gegener gingen daraufhin das volle Risiko ein und ersetzten den Torhüter durch einen siebten Feldspieler. Obwohl die heimische Abwehr sich mit diesem Spiel in Unterzahl gut arrangieren kann, konnte der TV Dagmersellen in diesem letzten Angriff einen Siebenmeter herausholen. Dominik Sommer gewann diesen Nervenkrimi gegen Routinier Wipf und brach mit diesem Tor fünf Sekunden vor Abpfiff den Murianern endgültig das Genick.

Die nächsten Luzerner warten bereits

Die Devise nach dem Spiel war klar: abhaken. Am nächsten Samstag kriegt es der TV Muri mit dem dritten Luzerner Team aus der Gruppe zu tun. Der Handball Emmen wird als Favorit gegen die Aargauer antreten. Nicht nur sind sie auf dem punktemässig guten dritten Platz, auch haben sie in der jüngsten Partie dem Leader aus Olten auswärts einen Punkt weggeschnappt. Die Vorzeichen, um gegen Emmen im Formhoch Punkte zu holen, stehen nicht gerade optimal für die Murianer. Jedoch darf man nicht vergessen, dass sich die Freiämter oft wohler fühlen als Underdog und durchaus in der Lage sind, auch mal einem Favoriten ein Bein zu stellen.

Handball, 1. Liga, Gruppe 3: TV Muri – TV Dagmersellen 18:19 (10:8)
Muri Bachmatten. - Zuschauer: 180. – SR: Kurth Stefan, Schwarzmeyer Andreas. – Strafen: 3 mal 2 Minuten gegen Muri; 4 mal 2 Minuten gegen Dagmersellen
Muri: Wipf, Daepp, Staubli (1), Kaufmann (3), Heusi (3), Dominik Lang (1), Schwenkfelder, Frei, Daniel Lang (2), Zucker (5), Hochstrasser (3)
Dagmersellen: Schöpfer, Häller, Glur, Wyss, Hodel (1), Pascal Tschupp (3), Kilian Tschupp (4), Peter, Sommer (4), Häfliger (2), Döös (4), Hofstetter (1), Huber
Bemerkungen: Muri ohne Femiano, Käser (Verletzt). - Siebenmeter: Muri 1/3, Dagmersellen 4/5.