Nach einem starken Oktober schlittert Muri im November in eine Minikrise. Ausgerechnet gegen die Spitzenteams soll nun das Blatt gewendet werden. In Emmen kommt es Morgen zu einer Revanche einer hoch emotionalen Vorrundenpartie.

(ws) Ausgerechnet jetzt, wo der Zug ins Stocken geraten ist. Der TV Muri steht vor schwierigen Spielen. Der Reihe nach trifft man auf die Spitzenteams Handball Emmen, HV Olten, KTV Muotathal und KTV Altdorf. Als Qualifikationsabschluss steht am 14. Dezember das zweite Saisonderby in Wohlen an. Oberflächlich betrachtet, geht es in diesen Spielen um nichts mehr. Denn mit den Niederlagen gegen Kriens und jüngst gegen Dagmersellen hat sich Muri selbst aus dem Rennen um die Aufstiegsspiele genommen. Dazu kommt die verletzungsbedingte Pause von Carlo Femiano. „Mit Carlo rechne ich erst im neuen Jahr wieder“, sagt Trainer Claude Bruggmann zu dieser Personalie.

„Wir haben Carlo schmerzlich vermisst“

Die Art und Weise wie man gegen die beiden Luzerner Teams verloren hat, lässt für die Partien gegen die Top-Teams nichts Gutes erahnen. In Kriens, beim Tabellenschlusslicht, war man chancenlos. Gegen Dagmersellen hatte man schon nach 45 Minuten eklatante Abschlusshemmungen. Wie schon beim Hinspiel hatte der Aufsteiger den längeren Atem. Muri auf der anderen Seite brachte offensiv mit einem Sechs-Tore-Vorsprung im Rücken in der letzten Viertelstunde nichts mehr zu Stande. Pech war, dass man in der Schlusssekunde durch einen Siebenmeter noch um einen Punkt gebracht wurde. „In dieser Phase, wo bei uns keiner mehr getroffen hat, haben wir Carlo schmerzlich vermisst“, so Bruggmann. Vielleicht sei seine Verletzung mit der Niederlage in Kriens, was die Verabschiedung von den Aufstiegsrunden-Träumen zur Folge gehabt habe, noch in den Köpfen präsent gewesen, mutmasst er.

Revanche gegen Emmen

Mit Hinblick auf die Abstiegsrunde, die im Januar beginnt, tut sich Muri gut daran, an die Leistungen der drei Oktober-Spiele anzuknüpfen. Gegen Muotathal, Altdorf und Wohlen holte man nämlich fünf Punkte. In diesen Partien strotzten die Freiämter vor Selbstvertrauen. Nach dem deutlichen Derbysieg schienen die Bäume gar in den Himmel zu wachsen. Wie es scheint, kommen die Klosterdörfler mit den Spitzenmannschaften besser zu recht. Vielleicht löst sich der Knoten, welcher sich hauptsächlich in der Offensive eingenistet hat, gegen Handball Emmen. Gegen die Luzerner Vorörtler, die vor einem halben Jahr mit Altdorf zusammen aus der Nationalliga B abgestiegen sind, bahnt sich ein Knüller an. Das Hinspiel in Muri war nämlich nichts für schwache Nerven. Nerven, die in dieser Partie teilweise blank lagen. Sei es auf Seiten der Spieler oder beim Publikum. Eine Zwei-Minuten Strafenorgie gegen Muri brachte damals die Wende zu Ungunsten der Gastgeber. Zuvor war es eine Partie auf Augenhöhe.

Vorne Top hinten Flop

Voraussetzung für ein Erfolgserlebnis beim selbsternannten Aufstiegskandidaten ist eine Top Leistung in der Abwehr. Dieser Mannschaftsteil ist gleichzeitig der Schwachpunkt der Gastgeber. Die 291 erhaltenen Tore -Muri kassierte 229- sind kein Ruhmesblatt. Dieses Defizit macht Emmen mit einem überdurchschnittlichen Angriff wett. Die 312 Treffer sprechen für sich. In dieser Statistik ist Emmen in der Gruppe drei allein auf weiter Flur. Muri kommt bis anhin auf 231 Treffer.

„In den restlichen Spielen bekommen die Jungen mehr Einsatzzeit. Ich hoffe, dass die Mannschaft nicht abreissen lässt und das Selbstvertrauen darunter leidet. Kurz gesagt, erwarte ich von den sieben Spielern, die auf dem Feld sind, dass sie ihr Optimum abrufen“, lautet Bruggmanns Vorgabe an seine Akteure.

Vorschau
 
Sa, 16.11.2019 | 19:00 Uhr
Handball Emmen - TV MURI

Emmen, Rossmoos
1. Liga