Morgen gastiert der TV Muri beim Spitzenreiter SG HV Olten. Eine schier unlösbare Aufgabe. Aus personeller Sicht gibt es neben der Absenz von Carlo Femiano und dem angeschlagenen Jan Heusi auch erfreuliches zu melden. Ein Greenhorn sorgt für frischen Wind.

(ws) Am 3. September feierte Noel Angehrn seinen 17. Geburtstag. Einen Tag später gab er beim Schweizercup-Spiel TV Muri gegen den B-Ligisten BSV Stans sein Debüt in der ersten Mannschaft. Nicht wenige staunten, als Muri-Trainer Claude Bruggmann das Greenhorn in die Startaufstellung nahm. Es vergingen keine fünf Minuten, ehe der Murianer erstmals einen Schussversuch wagte. Das Ziel wurde aber verfehlt. Der Mut - typisch Noel Angehrn. Das gegnerische Tor zieht ihn an wie ein Magnet. Und tatsächlich, mit seinem vierten Versuch erzielt er knapp 30 Sekunden vor Schluss seinen ersten Treffer für die Aktiven. An dieses Spiel erinnert sich der Rückraumspieler noch gut: „Das war ein Highlight. Als mir der Trainer mitgeteilt hat, dass ich von Anfang an Spiele, war ich recht nervös. Es brauchte einige Ballkontakte, bis ich herunterfahren konnte.“

Er kam sah und traf

Der sportliche Aufstieg im Fanionteam des TV Muri fand in den vergangenen beiden Spielen in Kriens und Emmen seine Fortsetzung. Zuvor schoss er gegen Olten und Muotathal zusammen ein Tor. Angehrn kam sah und traf - so könnte man seine beiden Auftritte bei den Luzernern auch umschreiben. In Kriens kam er nach der Pause ins Spiel und warf gleich drei Tore innert sechs Minuten. Ein weiteres folgte. Noch eindrücklicher war sein Performance in Emmen am vergangenen Samstag. Nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit traf er gleich fünfmal, ehe er einen Fehlversuch verzeichnete. Diese Zahlen sprechen für sich. Sie sagen auch viel aus über die Qualitäten des Rückraumspielers. Eine davon ist sein Drang, in den Abschluss zu gehen. Dazu kommt eine präzise, scharfe Schusstechnik, was eine hohe Wurfquote mit sich bringt. Ebenfalls verfügt er, für sein junges Alter, über viel Übersicht und eine abgeklärte Spielweise.

„Ich will das Maximum herausholen“

Dass es in den kommenden Wochen und Monaten im gleichen Tempo weitergeht, kann von einem 17-Jährigen nicht erwartet werden. Zu was er fähig ist, hat er aber zumindest angedeutet. Seine sportliche Zielsetzung formuliert er wie folgt: „Mein Ziel ist es, das Maximum aus mir herauszuholen und in der Schweiz möglichst weit nach oben zu kommen. Vielleicht sogar in die Bundesliga, was aber eher unwahrscheinlich ist. Für mich wäre es aber auch ok, wenn ich bei Muri in der 1.Liga spiele.“ Um seine Ziele zu erreichen, scheut er keine Mühen. Seine Lehrstelle ist in Zug. Dort arbeitet er als Informatiker bis 16 Uhr. Danach geht es nach Suhr ins Training. Um 22 Uhr ist er wieder Zu Hause. Und dies an vier Tagen in der Woche ausser am Montagabend, wo er in Muri trainiert. Zu erwähnen ist noch, dass Angehrn zurzeit eine Doppellizenz mit den Elite-U19-Junioren des HSC Suhr besitzt. In der Praxis ist es so, dass der HSC Suhr entscheidet, ob und wann er bei Muri spielen darf. In Suhr spielt oder trainiert er schon in der dritten Saison. Zuvor durchlief er die Nachwuchsabteilung des TV Muri.

Sportlich läuft es rund

Mit der aktuellen sportlichen Situation ist er mehr zufrieden. „In der ersten Mannschaft zu spielen, war für mich schon als kleiner Bub ein Ziel. Nicht nur wegen dem Erfolg, den die Mannschaft hat. Sondern auch weil ich den Verein gerne habe und gerne für ihn spiele. Es macht einfach Spass bei den Grossen in Muri zu spielen, weil es mehr Zuschauer hat und das Umfeld familiärer ist“, sagt er. Aller Voraussicht nach wird Angehrn auch in Olten für Muri auflaufen. Dort treffen die Klosterdörfler auf den Spitzenreiter. Nach drei Pleiten in Serie ist dieses Spiel für die Gäste eine grosse Herausforderung.

Vorschau
 
Sa, 23.11.2019 | 16:00 Uhr
SG HV Olten - TV MURI
Olten Giroud-Halle
1. Liga