Der TV Muri verliert in Olten ein Spiel, dass man nie hätte verlieren dürfen. Dass man am Schluss mit leeren Händen da stand, muss auf die eigene Kappe genommen werden. Chancen für einen Sieg waren genügend vorhanden. Kommt dazu, dass man vom Glück nicht begünstigt wurde.

(ws) Enttäuschte Murianer Spieler. Ungläubiges Kopfschütteln und Jubel beim Tabellenführer. Gegensätzlicher hätten die Bilder, die nach dem Schlusspfiff in der Oltener Giroud-Halle zu sehen waren, nicht sein können. „Es ist unglaublich, dass man so schlecht spielen und dennoch gewinnen kann“. So die Worte eines Oltener Supporters nach einer intensiven und teilweise zerfahrenen Partie. Diese Aussage ist aber nur die halbe Wahrheit. Dass die Solothurner so schlecht spielten, war nicht nur ihr eigenes Verschulden. Muris Abwehr trug das Seine dazu bei. „Die Abwehr spielte stark. Da gibt es nichts auszusetzen“, sagt Muri-Trainer Claude Bruggmann.

Unglaublich war auch, dass Muri nicht als Sieger aus dieser Partie hervorging. Als Jerome Zucker in der 46. Minute beim Stande von 15:20 am Kreis angespielt wurde und an Torhüter Locatelli scheiterte, kippte das Momentum auf die Oltener Seite. Statt 15:21 hiess es 40 Sekunden später 17:20. „Es kann im Handball schnell gehen. Wir hatten Fehlschüsse, blöde Aktionen und umstrittene Schiedsrichterentscheide. Und schon war der Gegner wieder dran. Wenn man dazu einen Siebenmeter mit Nachschuss nicht verwertet und eine weitere Grosschance auslässt, reicht es dann halt nicht“, sagt Bruggmann.

Muri verliert den Faden

Die zuvor stark auftretenden Murianer verloren in der Folge den Faden vollends. Hektik und ein einheimischer Torhüter, der zur Höchstform auflief, prägten die letzte Viertelstunde. Bei den Gastgebern schlichen sich nach der Aufholjagd zum 21:21 acht Minuten vor Schluss vermehrt Fehlwürfe und technische Fehler ein. Die Endphase war nichts für schlechte Nerven. Nerven zeigten auch die Murianer. Dazu sagt Bruggmann: „Es ist durchaus möglich, dass die Nerven beim einen oder anderen Spieler eine Rolle gespielt haben. Die zwei, drei hundertprozentigen Chancen in der Endphase hätten wir nutzen müssen. Das sind die Tore, die uns in der Endabrechnung fehlten.“ Zwar schoss Jerome Zucker sechs Minuten vor Spielende mit seinem fünften Treffer seine Farben noch einmal in Führung. Das 21:22 sollte aber trotz den verbliebenen sechs Spielminuten das letzte Tor der Murianer sein.

Glücklos in der Endphase

In den Schlusssekunden kam es knüppeldick. 58.50: Yorick Kaufmann scheitert aus aussichtsreicher Position an Torhüter Locatelli. 59:18: Oltens Flügelspieler, der Ex-Murianer Martin Burri, bricht auf der rechten Seite durch und wird von Fabian Frei leicht touchiert. Die Schiedsrichter zögern keine Sekunde und zeigen auf den Siebenmeterpunkt. Fabian Frei erhält eine Zweiminutenstrafe. 59.22: Der Suhrer NLA-Spieler in Diensten der Oltener, der Doppellizenzer Manuel Zehnder, behält die Nerven und erzielt den Siegtreffer.
Ärgerlich aus Sicht der Murianer war auch, dass man nach einer Viertelstunde, nach einem Vier-Tore-Rückstand, den Schalter umzulegen vermochte und sich wieder in die Partie zurückkämpfte. Zur Pause führte Muri gar 12:13. „Das war eines unserer besten Spiele in dieser Saison. Wenn wir es durchgezogen hätten, wäre die Leistung sehr gut gewesen. So war sie aber nur gut“, bilanziert Bruggmann.

Telegramm:
Handball: 1. Liga, Gruppe 3: SG HV Olten - TV Muri 23:22 (12:13)
BBZ Giroud, 110 Zuschauer. – SR: Dimitri Costa und Joel Zwahlen

- Strafen: 3 mal 2 Minuten gegen Muri, 2 mal 2 Minuten gegen Olten.
Muri: Wipf, Schleiss; Dani Lang (1), Dominik Lang (5/3), Zucker (5), Schwenkfelder, Frei (2), Jan Heusi (5), Angehrn (3), Y. Kaufmann (1).
Olten: Locatelli, Büttiker; Zehnder (6/1), Burri (2), Baumann (5/1), Parkhomenko (5), Graber, Born, Strebel (1), Gasser (2), Schmid, Schenker (2), Lehmann, Rudolf.
Bemerkungen: Siebenmeter: 5/6 für Muri, 2/6 für Olten. Muri ohne T. Kaufmann, Staubli, diverse Spieler in 2. Mannschaft.