Der TV Muri durchbricht in Muotathal eine Negativserie von vier Pleiten. Die Freiämter bestätigen ihre starke Leistung von Olten mit einem Punktegewinn. Für mehrere abwesende Leistungsträger springen andere in die Bresche.

(ws) Wie sich die Bilder gleichen. Erneut liegt der TV Muri gegen den KTV Muotathal schon früh deutlich in Rückstand und kämpft sich wieder heran. Erneut ist man in einer engen Schlussphase am Drücker. Und wie schon in Olten und gegen Dagmersellen reicht es trotzdem nicht zum Sieg. Im Unterschied zu diesen beiden Spielen steht man nach dem Schlusspfiff nicht mit leeren Händen da und holt einen Punkt. „Wenn man die letzten fünf Minuten anschaut, hätten wir gewinnen können. Über das gesamte Spiel gesehen, geht die Punkteteilung in Ordnung“, bilanziert Muri-Trainer Claude Bruggmann.
Die Geschichte dieser Kehrauspartie schreiben der älteste und der jüngste Feldspieler im Team der Murianer. Zusammen werfen der 29-Jährige Jerome Zucker und der 17-Jährige Noel Angehrn 18 Tore. Auf diese Tore ist Muri angewiesen. Denn neben den Stammkräften Carlo Femiano und Linus Staubli fehlt in der Innerschweiz auch der Spielmacher Jan Heusi. Auch der Gegner tritt nicht in Vollbesetzung an.

Zucker und Angehrn glänzen

Erstaunlich bei Muri war, wieviel Verantwortung der Teamjüngste übernahm. Unter den zehn Treffern, die Angehrn markierte, befanden sich fünf Siebenmeter. Vier davon versenkte er im Netz. Für seine Tore benötigte er 18 Versuche. Was eine mässige Wurfquote von 55 Prozent ergibt. Diese Zahl birgt aber auch durchaus Positives in sich. Sie zeigt auf, wie unerschrocken Angehrn bei den Schwyzern auftrat. Ein Fehlschuss hinderte ihn nicht daran, es erneut zu versuchen. „Wir haben Noel das Vertrauen gegeben. Er hat es uns mit einer überragenden Leistung zurückbezahlt. Als er in Fahrt kam, haben wir die Spielzüge so ausgerichtet, dass er zum Abschluss kam“, so Bruggmann. Man müsse sich bewusst sein, dass es nicht immer so aufgehe und dass man eine solche Leistung nicht als selbstverständlich anschauen dürfe. Auch er selber dürfe nicht erwarten, dass es immer so laufe, warnt Bruggmann.
Der zweite im Bunde, Jerome Zucker, bewies in Muotathal, dass er zu den stärksten Kreisläufern in dieser Liga gehört. Ungleich beeindruckend ist seine Defensivarbeit. Auch hier überzeugte er. Zu ihm meint Bruggmann: „Jerome war heute ebenfalls stark. Yorick Kaufman schaffte es immer wieder, ihn in Abschlussposition zu bringen.“

Zweiter Anzug passt

Verantwortung in Muotathal übernahmen auch Yorick Kaufmann und Fabian Frei. Zusammen trafen sie sieben Mal. Die Variante mit Kaufmann als Spielmacher entpuppt sich immer mehr als echte Alternative zu Jan Heusi. Mit seiner Beweglichkeit und Schnelligkeit war Kaufmann auch am Samstag ein stetiger Unruheherd. Nimmt er einmal Fahrt auf, ist er schwierig zu verteidigen. Was neben Toren auch zu Strafen und Siebenmetern bei den Gegnern führt. „Erstaunlicherweise haben wir heute, trotz den vielen Absenzen, im Angriff stark gespielt. Ein Grund dafür war Yorick Kaufmann, der unser Spiel souverän geleitet hat“, sagt Bruggmann.
Zu überzeugen wusste Muri in erster Linie als Kollektiv. Beim Tabellenfünften lieferte man den Beweis, dass man Ausfälle immer besser zu verkraften vermag. Diese Errungenschaft ist im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf eine positive Entwicklung. „Die Fakten täuschen. Die Resultate in den vergangenen vier Spielen waren zwar negativ aber die Entwicklung der Mannschaft war positiv. Der Punktegewinn in Muotathal war aber wichtig. Die Gefahr bestand, dass Unruhe aufkommt und sich eine negative Stimmung einschleicht, wo alles hinterfragt wird“, sagt Bruggmann abschliessend.

Telegramm:
Handball: 1. Liga, Gruppe 3: KTV Muotathal - TV Muri 27:27 (13:12)
MZH Muotathal. – 200 Zuschauer. – SR: Celentano / Huber.
Muotathal: R. Betschart, Oechslin; M. Betschart (3), N. Schelbert (1), Suter (6), I. Betschart (1/1), Henseler, K. Heinzer (10), Roos (1), N. Heinzer, Gwerder (2), Kurti (3), A. Schelbert.
Muri: Wipf, Schleiss; Dani Lang, Dominik Lang (1), Zucker (8), Schwenkfelder, Frei (3), Angehrn (10/4), Y. Kaufmann (4), Schöpfer (1), Käser, R. Femiano.
Bemerkungen: Strafen: 4-mal 2 Minuten für Muotathal, 4-mal 2 Minuten für Muri. Siebenmeter: 1/2 für Muotathal, 4/5 für Muri. Muri ohne Femiano, Staubli (Verletzt), Heusi (Abwesend), T. Kaufmann, Strebel (Ausland).