Das Murianer Handball Wunder Daphne Gautschi spielte bei den Qualifikationsspielen für die WM-Playoffs eine tragende Rolle. Nicht nur auf dem Parkett wusste sie zu überzeugen. Auch bei den Interviews stellte sie ihre Frau.

(Ws) Typisch Daphne Gautschi. So könnte man die Szene in der entscheidenden Phase des Handball-WM- Qualifikationsspiels Schweiz gegen Litauen auch bezeichnen. Die Schweizerinnen bekommen einen Siebenmeter zugesprochen. Normalerweise ist dies eine Sache der routinierten Lisa Frey. Diese hatte aber zuvor gleich zwei Versuche verschossen. Nun macht sich Gautschi daran, das in der heissen Phase so wichtige Tor zu erzielen. Ohne mit der Wimper zu zucken, trifft sie. Diese Aktion zeigt auf, welchen Stellenwert die Murianerin innerhalb der Mannschaft hat. In ihrem erst 14. Länderspiel gehört sie bereits zu den Leistungsträgerinnen.

Von der Vorbereitung mit der Profimannschaft profitiert

Die Fortschritte der 18-Jährigen sind unübersehbar. Ersichtlich ist, dass sie bei Metz Handball die Vorbereitung mit der Profimannschaft absolvieren konnte und auch zu Saisonbeginn Einsatzzeit in der Meisterschaft und zweimal in der Champions-League bekam. Zu ihrer Entwicklung sagt Gautschi: „Durch die Vorbereitung mit der ersten Mannschaft bin ich selbstsicherer geworden und konnte mich athletisch verbessern.“
Eine weitere Gabe legte sie vor über tausend Zuschauern in der GoEasy-Arena ebenfalls an den Tag. Neben ihren herausragenden handballerischen Fähigkeiten kann die Ausnahmekönnerin Rückschläge im Handumdrehen wegstecken. Zwar begann sie die Partie stark. Mit einem ihrer ersten Ballkontakte brachte sie ihre Farben schon nach wenigen Sekunden in Führung. Danach geriet sie in eine Abwärtsspirale. Unsaubere Abschlüsse und Fehzuspiele häuften sich. Auch defensiv hatte sie ihre liebe Mühe. Nach einer eingehandelten Zweiminuten Strafe nahm sie danach ihr Trainer für wenige Minuten aus der Schusslinie.

Physisch und psychisch an die Grenzen gegangen

Als wäre zuvor nichts gewesen, prägte sie nach dem Widereintritt das Spiel ihrer Mannschaft. Tore, Torvorlagen wie Zuspiele an den Kreis und an die Flügel folgten. Auch defensiv fand sie nun ihren Tritt. Dabei bewies sie Geber und Nehmerqualitäten. Auf der einen Seite räumte sie hinten ab. Gleichzeitig ging sie im Angriff dahin, wo es weh tut. Dadurch schaffte sie ihren Teamkolleginnen Räume für Torschüsse. Gautschis Spielweise war sinnbildlich für den kämpferischen Auftritt ihrer Mannschaft. Um den körperlich überlegenen Litauerinnen Paroli zu bieten, mussten die jungen Schweizerinnen psychisch und physisch an ihre Grenzen gehen. Diese Qualitäten waren schliesslich der Grund, dass sie ihr erstes und gleichzeitig wichtigstes Spiel hauchdünn mit 21:20 für sich entschieden.

Best Playerin gegen die Färöer

Im entscheidenden Spiel am Sonntag legte Gautschi beim 23:19-Sieg gegen die Färöer Inseln noch einen drauf. Sieben Tore schoss sie. 17 Mal ging sie dabei in den Abschluss. Nach der Partie und der Qualifikation für die Playoffs im kommenden Juni, wurde sie zur Best Playerin gewählt. Danach war sie eine gefragte Interviewpartnerin. Souverän stand sie danach unter anderem dem Schweizer Fernsehen Red und Antwort. „Ich habe ganz ordentlich gespielt. Ich bin aber nie 100 Prozent zufrieden. Es gibt immer Sachen die man verbessern kann“, meint sie selbstkritisch zu ihren Auftritten.
„Jetzt bin ich müde. Das waren zwei anstrengende Wochen und ich habe viel gespielt. Auch mental war es streng. Aber auch sehr interessant“, sagt die Murianerin. Die Zusammenkünfte mit der Nati seien aber eine schöne Sache. Darauf freue sie sich immer extrem, fügt sie an. Nach zwei Wochen und sechs Länderspielen ist für Gautschi nun Erholung angesagt. Noch am Sonntagabend machte sie sich auf den Weg nach Frankreich. Bei ihrem Verein Metz Handball bekommt sie nun bis am Donnerstagmorgen trainingsfrei. Auf die faule Haut legen kann sie sich aber nicht. In der Schule sind Prüfungen, die sie nachholen muss, angesagt. Über die Festtage kommt sie dann für zehn Tage in die Schweiz.

Wahl zur Freiämter Sportlerin des Jahres - hier geht es zur Abstimmung.

Invalid request (GW1)