Beim TV Muri wächst eine starke Generation heran. Gleich vier Nachwuchshoffnungen absolvieren spätestens nach den Skiferien die Sportschule in Buchs. Sie alle setzen auf den Sport, ohne ihre Ausbildung zu vernachlässigen. Janis Huber liebäugelt gar mit der U17-Nationalmannschaft.

(ws) Es ist naheliegend, dass einem jungen Sportler, der zehn Trainingseinheiten pro Woche dazu Einheiten mit der Auswahl sowie Spiele mit seinem Verein absolviert, die Frage gestellt wird, ob ihm der Sport nicht verleide. Beim Murianer Handballtalent Janis Huber, einem der Absolventen der Sportschule Buchs, lässt die Antwort darauf keinen Spielraum offen: „Das ist bei mir nie passiert. Für mich ist Handball das Ein und Alles. Ich lebe den Sport. Trainings sind für mich kein Muss. Ich sehe sie als einen Teil meiner Freizeit an. Kommt dazu, dass meine Kollegen in diesem Umfeld zu finden sind.“
Anpassungsschwierigkeiten beim eingeschlagenen Weg hatte er kaum. Und wenn doch wusste der Murianer, wie er damit umzugehen hatte. «Es gab Phasen, wo es nicht so lief. Da musste ich wieder vermehrt an mich glauben und mich daran erinnern, welche Ziele ich habe», gibt der 15-Jährige zu Protokoll. Weiter sagt er, dass es am Anfang schwierig gewesen sei, dass man kaum Zeit für sich habe und praktisch jede Minute verplant sei und es wenige Rückzugsmöglichkeiten gebe.

Der Grundausbildung dem TV Muri zu verdanken

Viel eher geniesst er den Status als Sportschüler. «Es macht extrem Spass. Hier hat man Möglichkeiten, sich auf allen Ebenen zu verbessern. Ohne die gute Grundausbildung, die ich in Muri genossen habe, wäre dieser Schritt wahrscheinlich nicht möglich gewesen», drückt Janis Huber sein aktuelles Befinden über seinen sportlichen Werdegang aus. Dabei spricht er die beim TV Muri verantwortlichen Personen, namentlich Martin Meyer, Douglas Chechele und seinen Vater Thomas Huber an. Sie haben vor rund fünf Jahren die Strukturen erneuert und danach eine professionellere Grundausbildung vorangetrieben. Das Resultat dieses Projekts ist beeindruckend. Zurzeit besuchen Janis Huber und Aurel Baeriswyl die Sportschule in Buchs. Beide sind auch im Kader der Regionalauswahl zu finden. Nach den Skiferien wird die Murianer Connection um Janis Bruder Luick Huber und Alex Meier erweitert - auch diese beiden Spieler sind bereits im Regionalauswahlkader. Weitere Talente stehen in der Warteschlaufe und könnten im Sommer dazu stossen.

«Die sehr gute Grundausbildung habe ich dem TV Muri Handball zu verdanken»

Janis Huber, 2004

Professionelle und individuelle Betreuung

In der Sportschule werden die Talente professionell betreut und gefördert. Bei Janis Huber sind das neben den vier Einheiten, die er jeweils am Abend mit seiner Mannschaft absolviert, zusätzliche Trainings mit der Handballgruppe der Sportschule. Dazu gehören Krafttrainings -speziell auf jeden Spieler zugeschnitten- mentale Betreuung und Technik, wo es um die Optimierung der Abläufe geht. Zusammen ergibt das zehn Einheiten unter der Woche. Die Schule ist so aufgebaut, dass die Talente im Normalfall keine Hausaufgaben zu Hause machen müssen. Dazu gibt es tagsüber Gelegenheit. Kurzfristig lautet das Ziel von Huber, sich bis im Sommer für U17-Nationalmannschaft zu qualifizieren. Dafür muss er aber noch Hürden überspringen. Die Chancen, dass er es trotzdem schafft, sind intakt. In ein Selektionsteam der U17-Nati hat er es bereits geschafft.

Leistungsträger bei der U15-Elite Mannschaft

Bei seiner Mannschaft, der U15-Elite des HSC Suhr Aarau, ist er Leistungsträger. Gleichzeitig ist er mit einem Durchschnitt von 7.5 Toren pro Spiel der interne Topskorer. «Ich möchte einmal in der NLA in der Schweiz spielen und wenn es reicht natürlich im Ausland», definiert er seine langfristigen Ziele. Bis es soweit ist, steht aber dem Teenager ein langer Weg bevor. Neben den sportlichen Zielen gilt es vorerst für ihn, nach dem Schulaustritt im Sommer, sich parallel beruflich auszubilden. Huber hat sich für eine Sportlerlehre als Informatiker entschieden. Dass sich die Lehrstelle in Suhr befindet, erspart ihm einige Reisekilometer. Finden doch die Trainings in nächster Umgebung statt.

Ohne Fleiss kein Preis

Bei allen angenehmen Seiten ist der Weg, den Huber eingeschlagen hat kein Zuckerschlecken. Sich in einer solchen Position in jungen Jahren zu behaupten, geht nicht ohne Disziplin und Durchhaltewillen. Nur schon die Tatsache, dass man morgens um sechs Uhr aufsteht und am Abend, je nach Trainingszeiten, erst um ca. 21 Uhr wieder nach Hause kommt, zeigt auf, dass die Nachwuchssportler körperlich, mental und auch charakterlich stark gefordert sind.