Der TV Muri war schon immer für eine starke Nachwuchsförderung bekannt. Nun engagiert er mit Mimmo Di Simone einen Handball-Kenner, der in einem 20-Prozent-Pensum die jungen Talente voranbringen soll. Für den Sarmenstorfer Di Simone geht ein Traum in Erfüllung.

Carlo Femiano war früher selbst ein Junior des TV Muri. Heute ist der Flügelspieler ein gefürchteter Goalgetter in der 1. Liga und mit seiner spektakulären Art und Weise, Handball zu spielen, ist er längst eine Attraktion. Femiano ist aber auch Juniorenverantwortlicher des TV Muri. In dieser Funktion sagt er: «Dem TV Muri liegt die Förderung der Nachwuchsmannschaften sehr am Herzen und wir wollen ideale Trainingsbedingungen schaffen. Die Hallenkapazität wird immer knapper und es ist eine gros- se Herausforderung, dass alle Mannschaften genügend trainieren können. Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir optimieren können.»

Das Resultat der Überlegungen: Man braucht im Junioren-Bereich Unterstützung. Ein neuer Posten wurde geschaffen. Bezeichnung: Cheftrainer Nachwuchsförderung. Schon vor zwei Jahren entstand erstmals solch eine Idee. Mit Mimmo Di Simone hat man den passenden Mann für diesen Job. Er war schon Co-Trainer der ersten Mannschaft und coacht momentan die U17-Intermannschaft (SG Muri/Wohlen). «Wir freuen uns extrem, dass Mimmo Di Simone dabei ist. Er ist im ganzen Verein bekannt und vertritt unsere Philosophie bestens», so Femiano.

Wie wird das finanziert?

Wie finanziert der Verein diese 20-Prozent-Stelle? «Mit Sponsorenbeiträgen und Beiträgen, die wir gezielt zugunsten der Juniorenförderung erhalten und in das Projekt investieren», so Femiano. Die Aufgaben des Cheftrainers der Nachwuchsförderung sind vielseitig. Di Simone führt dabei auch zweimal pro Jahr ein Handballcamp durch. Im Sommer geht es in ein externes Trainingslager in der Schweiz oder im benachbarten
Ausland. Und beim Herbstcamp in den Bachmatten sind Schweizer Star-Handballer als Gäste dabei. Weiter soll Di Simone für interne Trainerweiterbildungen sorgen.

Mögliche Zusammenarbeit mit Wohlen und Mutschellen

Am Mittwochnachmittag wird je ein zusätzliches Talenttraining durchgeführt auf Stufe U11, U13 und U15. Bei der U15 ist das Ziel, dass die besten Spieler des Freiamts mittun können. Also auch Spieler aus Wohlen und Mutschellen dürfen diese Trainings besuchen. «Das ist noch nicht fix. Ich bin mit den beiden Vereinen in Kontakt», so Femiano. Dies basiert auf der Idee eines regionalen Leistungszentrums, wie es beispielsweise der HSC Suhr Aarau hat. «Wir erhoffen uns, dass wir als Verein attraktiv bleiben und junge Talente nicht zwingend nach Suhr wechseln müssen», so Femiano. Ein spannendes Projekt. Mimmo Di Simone freut sich riesig auf die bevorstehenden Aufgaben. Der 44-Jährige ist zweifacher Familienvater, lebt in Sarmenstorf und wird seinen Job als Key Account Manager mit 80 Prozent ausführen – die restlichen 20 Prozent sind für das Engagement beim TV Muri. «Ich kann junge Spieler fördern und einzeln auf sie eingehen. Das ist für mich wie auch die Spieler toll. Solch ein Engagement für den Nachwuchs haben nur wenige 1.-Liga-Vereine», so Di Simone, der während seiner Aktivzeit unter anderem in Wohlen Handball spielte.

«Alternative zu Grossvereinen»

Für ihn geht ein Traum in Erfüllung. «Ich kann mein Hobby zum Teilzeitberuf machen. Der Sport gibt mir die Abwechslung zum Job und ich kann mit Talenten zusammenarbeiten. Ja, das ist ein Lebenstraum, der für mich in Erfüllung geht.» Der TV Muri investiert enorm viel in den eigenen Nachwuchs. Vorbildlich. Dies tat der Verein schon in der Vergangenheit und dies macht sich auch immer wieder bezahlt. Zahlreiche Einheimische sind starke Handballer und sorgen dafür, dass die erste Mannschaft für Spektakel-Handball in den Bachmatten sorgt. Beispielsweise Carlo Femiano, der nun als Juniorenverantwortlicher tätig ist und dafür sorgt, dass der TV Muri weiterhin mit starken Talenten bestückt sein wird. Der TV Muri möchte eine «ernsthafte Alternative zu den Grossvereinen sein», wie Femiano meint. Die Murianer sind auf bestem Weg dazu.