, Willi Steffen

H1: Eine Woche zum vergessen

1. Liga, Gruppe 3: TV Muri – TV Dagmersellen 28:32 (19:18)

Der TV Muri kommt nicht vom Fleck. Nach der 33:20-Kanterniederlage am Donnerstag gegen den Tabellenführer Olten folgte eine weitere Pleite am Samstag zu Hause gegen den TV Dagmersellen. Die Niederlage am Samstag war unter den gegebenen Umständen keine Überraschung. Sie wirft aber auch Fragen auf.
 
Zahlen lügen nicht. Nach einer starken ersten Halbzeit, wo man meist in Führung lag, baute der TV Muri nach der Pause merklich ab. Was noch vor der Pause klappte, löste sich danach zusehends in Luft auf. Zu erklären ist dieser Einbruch auch mit der personellen Situation. Dieser Faktor beeinflusste auch das Coaching. „Luiz Egger hatte zuvor noch ein Spiel mit der U-19. Gabriel Schöpfer wollte ich nicht einsetzen, damit er weiterhin noch für die Reserven auflaufen kann. Severin von Matt kommt von den Ferien und Spielmacher Yorick Kaufmann laboriert immer noch an einer hartnäckigen Erkältung“, erklärt Trainer Mimmo Di Simone die Situation. Auch der frühe Ausfall von Alex Meier (16.) trug nicht zur Entspannung bei. Dazu fehlte noch Torhüter Ivo Rütimann.
 
Richtige Prioritäten?
Bezogen auf das Gebotene nach der Pause stellt sich aber die Frage, ob die sportliche Leitung die Prioritäten zwischen dem Fanionteam, den Junioren und den Reserven nicht überdenken sollte. Erst recht wenn man weiss, dass der Ligaerhalt mit dieser jungen Mannschaft eine enge Kiste werden könnte. Denn diese Partie hat aufgezeigt, dass das Spiel auf drei Hochzeiten gleichzeitig ein Spiel mit dem Feuer ist. Hauptleidtragende sind die jungen Kaderspieler der ersten Mannschaft, die dadurch körperlich und auch mental an ihre Grenzen stossen. Und ein Trainer, der nicht aus dem Vollen schöpfen kann. Was einem in dieser Partie deutlich vor Augen geführt wurde.Zu allem Übel hatte der Gast mit Torhüter Ramon Häller, wie so oft bei diesen Duellen, einen Spielverderber in seinen Reihen. Allein in den letzten zehn Minuten glänzte er mit fünf Paraden. Damit machte er in der alles entscheidenden Endphase, den Funken Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis, den die Einheimischen trotz den Widrigkeiten noch hatten, zu Nichte. Wie ein Magnet zog er die teils unpräzisen Würfe an. Schliesslich glänzte er mit einer Quote von 43 Prozent. In der Offensive sorgten Kilian Tschupp und Ramon Döös mit zusammen 20 Toren für Musik. Bei den Murianern waren Noel Angehrn (9 Tore) und Lukas Schwenkfelder (6) die erfolgreichsten Werfer.
 
Starke erste Halbzeit
Wie schon erwähnt, zeigte Muri vor der Pause eine starke Leistung. Angeführt von Noel Angehrn und Severin von Matt hatte man die Partie über weite Strecken unter Kontrolle. Ein Durchhänger zwischen der 23. und 25. Minute verhinderte eine deutlichere Führung, die zu diesem Zeitpunkt dem Gebotenen entsprochen hätte. Nach dem Wechsel gerieten die Gastgeber schon bald in Rückstand. Muri blieb aber bis zur 47. Minute dran. Danach nutzten die Luzerner die Unordnung der Einheimischen und liessen nichts mehr anbrennen. Das Heimteam war in dieser Phase weit davon entfernt als eingespielte Einheit zu agieren. Für die Murianer war dies eine schmerzliche Niederlage gegen einen keineswegs übermächtigen Gegner. Es stellt sich nun die Frage, wie die junge Mannschaft diesem erneuten Rückschlag, diesmal auch leistungsmässig, wegsteckt. Dazu sagt Mimmo Di Simone: „Wir wollten heute etwas für die Moral machen. Ich und auch die Mannschaft sind sehr enttäuscht. Die mangelnde Breite hat es uns heute schwierig gemacht. Nichtsdestotrotz bleibe ich zuversichtlich. Wir werden uns von dieser Niederlage erholen. Wenn sich die personelle Situation verbessert, sieht es anders aus.“   
 
Telegramm:
Bachmatten. – 200 Zuschauer. – SR: Hitz / Lämmler.
Muri: Schleiss, Lang; Dani Lang (2/1), Dominik Lang (1), Schwenkfelder (6), Angehrn (9), Külling (1), Meier (1), Egger (3), Niederberger (1), Von Matt (4/2).
Dagmersellen: Häller, Hagmann; Glur (2), Häfliger (4), Hodel, Oggier (3), Tschupp (12/3), Sommer, Graber (1), Döös (8), Peyer, Renggli (2), Bättig.
Bemerkungen: Strafen: 2-mal 2 Minuten für Muri, 6-mal 2 Minuten für Dagmersellen. Siebenmeter: 3/4 für Muri, 3/3 für Dagmersellen.