, Willi Steffen

H1: Der TV Muri steht sich selber im Weg

1. Liga, Gruppe 3: TV Muri - HC Kriens 35:39 (16:20)

Der TV Muri bleibt auch im fünften Spiel in Folge ohne Punkte. Gegen den HC Kriens Luzern war die Eigenfehlerquote das grosse Übel. Einstellungsmässig liess man keine Wünsche offen. 39 Gegentore waren aber eine zu grosse Hypothek.
 
Alles war angerichtet für einen erfolgreichen Ausgang dieser Partie. Muri konnte erstmals in dieser Saison praktisch in Vollbesetzung antreten. Ein anderes Bild nach dem Schlusspfiff. Enttäuscht verliessen die Murianer Spieler das Spielfeld. Teilweise war Ratlosigkeit aus ihren Gesichtern zu lesen. Wie konnte das passieren? Wie war es möglich, dass man gegen einen auf dem Papier keineswegs übermächtigen Gegner zu Hause gleich 39 Tore kassierte? Eine deutliche Antwort liefert die Statistik. Die Torhüterquote sprach Muri klar für Muri. 24 Prozent zu 15 Prozent gehaltene Bälle lautete das Verdikt. Die Wurfquote war mit je 76 Prozent ausgeglichen. Die grosse Differenz zu Ungunsten der Freiämter lag in der Fehlerquote. Hier schwang Muri mit 14:5 technischen Fehlern deutlich oben aus.
 
Zahlen lügen nicht
„Die Zahlen bestätigen, was heute passiert ist und wie wir die Partie verloren haben. Statt dass wir bei Ballbesitz selber Tore geschossen haben, bekamen wir bei praktisch allen Ballverlusten einen Gegentreffer“, sagt Trainer Mimmo Di Simone. Es ist müssig zu erahnen, wie das Endresultat ausgesehen hätte, wenn die Einheimischen die Eigenfehler nur um zwei Drittel reduziert hätten. „Es ist schwierig zu erklären, warum dies in dieser Anzahl heute so passiert ist. Vielleicht wollten die Jungs zu viel“, so Di Simone.
 
Vergebens Hoffnung geschöpft
Zu allem Unheil passierten mehrere dieser Fehler gleich zweimal nach der Pause, als man sich wieder an die Gäste herankämpfte und in Ballbesitz war. Beim ersten Mal in der 40. Minute beim Stande von 24:25. Nur 120 Sekunden später lag man wieder mit vier Treffern hinten. Diesen Tiefschlag steckten die kämpferischen Gastgeber noch weg. Das gleiche Schema in der 48. Minute. Muri rückte den Kriensern erneut auf die Pelle. Beim Stande von 29:31 schöpfte man erneut Hoffnung auf einen guten Ausgang in dieser umkämpften Partie. Und schon wieder brachte man sich mit Eigenfehlern erneut um den Lohn grosser Bemühungen. Diesmal dauerte es nur drei Minuten, ehe man wieder mit vier Toren (30:34) hinten lag. Diesen Rückschlag steckte die Mannschaft nicht mehr weg. Jetzt war die Luft draussen und die Luzerner brachten den Sieg gekonnt über die Runden.
 
Schnörkellose Krienser
Den Klosterdörflern ist zugute zu halten, dass sie es in dieser Partie mit einem abgezockten Gegner zu tun hatten. Die Luzerner nutzten die Geschenke der Gastgeber eiskalt aus. Mit ihrem präzisen und schnörkellosen Tempospiel hatte Muri über die gesamte Spieldauer Mühe. Zu spüren bekam man das im Abwehrverbund, wo es sich des Öftern schwierig gestaltete, Löcher zuzuschieben. Der TV Muri bekommt nun am Samstag in der Bachmattenhalle gegen das Tabellenschlusslicht die Möglichkeit, die Niederlageserie zu unterbinden. Ein möglicher Erfolg gegen den HC Suhr Aarau könnte in Sachen Formkurve und vor allem für die angeschlagene Moral eine Trendwende einläuten.
 
Telegramm:
Bachmatten. – 220 Zuschauer. – SR: Eng / Nussbaumer.
Muri: Rütimann, Schleiss; Dani Lang (3), Dominik Lang (2), Schwenkfelder, Angehrn (6), Kaufmann (8), Meier (8/5), Egger (1), Von Matt (1), Niederberger (3), Külling, Betschart (3).
Kriens: Iten; Schnetzler (5), Aellen (4), Petkovic (2), Siegrist (11/3), Heller (2), Baumann (2),  Bühler, Flückiger (5), Buholzer (1), Wolf (4/2), Daudin (3), Von Weissenfluh, Schmidt.
Bemerkungen: Strafen: 4-mal 2 Minuten für Muri, 2-mal 2 Minuten für Kriens. Siebenmeter: 5/6 für Muri, 5/6 für Kriens.