, Willi Steffen

Negativserie ist durchbrochen

1. Liga, Gruppe 3: TV Muri – HC Suhr Aarau II - 29:28 (14:11)

Durchschnaufen beim TV Muri. Gegen das Tabellenschlusslicht holten die Freiämter ihren zweiten Saisonsieg. Das Versäumnis, dass sich die Gastgeber gegen den HC Suhr Aarau II nie entscheidend absetzen konnten, wurde in den kampfbetonten Schlussminuten beinahe bestraft. 
 
Die letzten Sekunden einer hart umkämpften Partie hatten es in sich. Mit einer offenen Manndeckung versuchte der stark ersatzgeschwächte Gast aus der Kantonshauptstadt noch einen Punkt zu erobern. Ein Unentschieden, welches dreieinhalb Minuten zuvor noch unerreichbar schien. Denn zu diesem Zeitpunkt traf Noel Angehrn zum 28:24 in die Maschen -der vermeintlichen Vorentscheidung. Statt die Partie konzentriert herunterzuspielen, brachte sich Muri bei den nächsten beiden Angriffen durch Fehlschüsse noch einmal in Bedrängnis. Bei der ersten Möglichkeit versemmelte man einen Gegenstoss. Wenige Sekunden später landete der Ball an der gegnerischen Torumrandung. Die Gäste rochen nun Lunte. Bis 30 Sekunden vor Spielende kämpften sie sich bis auf ein Tor in die Partie zurück. Zu mehr reichte es dem punktelosen Tabellenschlusslicht nicht. Muri liess sich nicht mehr erwischen und sicherte sich die Punkte drei und vier in der laufenden Spielzeit. Landete man vor einigen Wochen bei diesem Gegner noch einen Kantersieg, war es diesmal eine enge Kiste.
 
Starker Beginn
In den ersten 16 Minuten entwickelte sich die Partie, wie man es auf Grund der Stärkeverhältnisse erwarten konnte. Denn der Altersdurchschnitt der arg dezimierten Gäste lag bei knapp 19 Jahren. Dazu kam in der 22. Minute ein Platzverweis und nach der Pause ein Ausfall durch eine Verletzung. Muri ging schnell in Führung und liess in der Abwehr wenig zu. Die Gäste liessen sich aber nicht abschütteln. Ein Nachlassen der Einheimischen zwischen der 19. und 27. Minute nutzten sie, um bis auf ein Tor heranzukommen. Beruhigend für das Nervenkostüm der Klosterdörfler war das 14:11 von Alex Meier praktisch mit dem Pausenpfiff.
Nach dem Wechsel kontrollierte Muri zumindest 20 Minuten lang die Partie weitgehend. Meist lag man mit vierToren vorne. Es brauchte einige Zeitstrafen und umstrittene Schiedsrichterentscheidungen, die aufkommende Hektik mit sich brachten, um die Murianer aus dem Konzept zu bringen. Gefühlt waren wir immer besser. Statt dass wir aber entscheidend wegzogen, waren wir zu wenig Konsequent und gaben dem Gegner immer wieder die Möglichkeit heranzukommen“, sagt das Murianer Eigengewächs Noel Angehrn.
 
 
„Wir müssen eine Schippe drauflegen“
Jetzt entwickelte sich die Partie zu einem Kampfspiel. Bei den Gästen war es der linke Flügelspieler, der 17-Jährige Timo Fischer, der die Murianer Abwehr in wenigen Minuten mehrmals aushebelte. Am Schluss erzielte er neun Treffer, vier davon auf Siebenmeter. Zuvor war es auf der anderen Seite Luiz Egger, der von der halbrechten Position aus zwischen der 30. und 45. Minute fünf Tore erzielte. Er (7), Noel Angehrn (7) und Alex Meier (8) zusammen erzielten insgesamt 22 Tore.
 
Wie der Sieg schliesslich zu Stande kam, spielt im Nachhinein keine Rolle. Für die Freiämter war es nach einer negativen Serie wichtig, auf die Erfolgsstrasse zurückzukehren. Mit einem Erfolgserlebnis im Rücken lässt es sich die verbleibenden drei Spiele leichter angehen. „Wir dürfen uns auf den Sieg nichts einbilden. Gegen eine solch junge Mannschaft hätten wir mehr Routine zeigen sollen. In der Abstiegsrunde reicht eine solche Leistung nicht. Das war nicht mehr als ein Pflichtsieg gegen einen stark dezimierten Gegner. Um in der Abstiegsrunde zu bestehen, müssen wir eine Schippe drauflegen“, sagt Noel Angehrn abschliessend.  
 
Telegramm:
Bachmatten. – 120 Zuschauer. – SR: Pfister/Schädeli.
Muri: timann, Schleiss; Dani Lang (2), Dominik Lang, Schwenkfelder, Angehrn (7), Von Matt (4), Meier(8/2), Egger (7), Rey (1), Niederberger, Külling, Heusi.
Suhr: Duffner, Schulthess; Grüninger, Wiedmer (1), Pantelic (5), Delabays, Wiederkehr (2), Rudolf (3/1), Köchli(2), Fischer (9/4), Ben Moussa (1), Faiss (5).
Bemerkungen: Strafen: 6-mal 2 Minuten für Muri, 1-mal 2 Minuten und 1-mal Disqu. ohne Bericht für Suhr. Siebenmeter: 2/2 für Muri, 5/6 für Suhr.