, Willi Steffen
Mit den eigenen Waffen geschlagen
Der TV Muri zieht gegen Suhr-Aarau einen schlechten Tag ein. In der Abwehr war man gegen die wendigen und pfeilschnellen Nachwuchsspieler überfordert und im Angriff verzeichnete man eine miserable Wurfquote. Bei Muri kommt einzig Mirko Külling auf Betriebstemperatur.
Wehe wenn sie losgelassen. Gemeint sind die Jungen Wilden der SG Suhr-Aarau. Die meisten haben das 20. Altersjahr noch nicht erreicht. Dank einer vorbildlichen handballerischen Ausbildung sind sie technisch auf einem extrem hohen Niveau. Das körperliche Defizit machen sie mit Spielintelligenz und Geschwindigkeit wett. Vereinzelte von ihnen hatten schon Einsätze in der NLA. Als Mannschaft agieren sie extrem tempo- und variantenreich. Diese Qualitäten spielten sie gegen Muri gnadenlos aus. Dem bis anhin starken Murianer Abwehrbollwerk wurden in dieser Partie die Grenzen aufgezeigt. «Das war das erste Spiel in dieser Saison, wo wir vom Anfang bis zum Ende nicht in den Modus gekommen sind. Das war alles zu Verhalten und in der Abwehr konnten wir ihre Dynamik nicht stoppen und haben zu viel hergegeben», sagt Trainer Björn Navarin.
Vom Tempo überfordert
Die ersten 20 Minuten ähnelten der Partie der Murianer gegen Muotathal vor Wochenfrist, als Muri den Gegner richtiggehend überrannte. Nur waren es diesmal die Murianer, die unter die Räder kamen. Gelingen wollte den Gastgebern in dieser Phase kaum etwas. Kam man doch einmal in eine gute Abschlussposition, war es der NLA-Torhüter Carlo Cafario, der sein Veto mit starken Paraden einlegte. Gegenstösse, normal eine Stärke der Einheimischen, verhinderten die Gäste mit einem starken Rückzugsverhalten. Auch das Flügelspiel wurde über weite Strecken der Partie unterbunden. Somit wurde den Murianern schon früh der Zahn gezogen. Einzig das Kreisspiel über Mirko Külling und später Tom Angehrn funktionierte einigermassen. Külling nutzte die Chance und warf aus sieben Versuchen sechs Tore. Muri kämpfte sich zwar nach einem frühen 1:6 Rückstand wieder bis auf ein Tor heran. Der Ausgleich wollte aber nicht gelingen. Im Gegenteil. Nach einem weiteren Angriffsfeuerwerk der Gäste, welches auch durch fehlerhafte Entscheidungen der Freiämter begünstigt wurde, lag man zur Pause wieder mit vier Toren Differenz hinten.
Der Wille allein reicht nicht
Wer nach der Pause auf eine Wende der bisanhin einseitigen Partie hoffte, wurde eines Besseren belehrt. Es waren die Hauptstädter, die noch einmal aufs Gaspedal drückten. Nach 40 Minuten war die Partie entschieden. Suhr-Aarau führte mit acht Toren unterschied. In der Folge ging es für das Heimteam nur noch um Schadensbegrenzung. Der Wille, der Partie doch noch eine Wende zu geben, war bei den jungen Murianern zwar ersichtlich. Um dieses Vorhaben zu bewerkstelligen, spielte man aber auch nach der Pause zu fehlerhaft und ideenlos. Schliesslich gilt es die Stärke des Gegners zu akzeptieren und daraus die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Dem starken Saisonstart mit acht Punkten aus sechs Spielen tut diese Niederlage keinen Abbruch. «Den Kopf jetzt hängen zulassen, bringt nichts. Aus jeder Niederlage kann man etwas herausziehen. Wir werden diese Partie mit Video analysieren und haben nun zwei Wochen Zeit, um uns auf die nächste Partie gegen Frick vorzubereiten. Es gibt solche Tage, wo du nicht ins Spiel findest und nichts gelingen will. So einen haben wir heute eingezogen», sagt Björn Navarin abschliessend.
Telegramm:
Bachmatten. – 290 Zuschauer. – SR: Leu / Fallegger.
Muri: Rütimann, Schleiss, Baeriswyl; Galizia (2), Külling (6), Dominik Lang, Furter, T. Angehrn (3), Kreyenbühl, Köhle (2), Hafner (2), N. Angehrn (8), Wey (4/3), Dani Lang, Heusi.
Suhr-Aarau: Caforio (1), Dufner; Meier, Müller (1), Page (1), Suter, Wiederkehr (3/3), Läber (9), Vuleta (4), Frei, Völkle (2), Senn (1), Wyss (6), Hunziker (2), Boccarelli (2), Brandt-Dit-Siméon (3).
Bemerkungen: Strafen: 1-mal 2 Minuten für Muri, 4-mal 2 Minuten für Suhr-Aarau. Siebenmeter: 3/3 für Muri, 3/3 für Suhr-Aarau.