, Willi Steffen

Feuerwerk nach der Pause

1. Liga, Gruppe 2: TV Muri – SG TSV Frick 31:28 (12:16)

Eine Halbzeit lang bringt der TV Muri beim Spitzenkampf gegen Frick kein Bein vor das Andere. Frick dominiert. Muri rennt hinterher. Ein anderes Bild nach der Pause. Einmal in Fahrt, ist Muri nicht mehr zu stoppen. Angeführt von Jan Heusi in der Defensive sichern sich die Freiämter den fünften Saisonsieg.
 
Eigentlich bekamen die 280 Zuschauer in der Bachmattenhalle für das Eintrittsgeld zwei Spiele zu sehen. Denn unterschiedlicher hätten die beiden Halbzeiten nicht sein können. Vor der Pause bestätigten die Gäste ihren starken Saisonstart. Mit viel Tempo im Angriff und einer kompakten Abwehr liessen sie die Murianer noch und noch ins Leere laufen. Muri hatte keine Antwort darauf. Die Verteidigung agierte träge und war löchrig wie ein Emmentaler Käse. Im Angriff fehlte die Überzeugung. Falsche Entscheidungen und viele Fehlschüsse waren die Folge. Das Timeout nach elf Minuten hätte sich Trainer Björn Navarin sparen können. Muri blieb auch danach blass. Das einzig Positive nach 30 Minuten war, dass Muri nicht schon entscheidend in Rücklage war.
 
«Ich musste etwas machen»
Jetzt war auch der Trainer gefordert. In der Pause blieb ihm nichts Anderes übrig als laut zu werden. «Ich musste die Mannschaft mit deutlichen Worten wachrütteln. Das war zwar nicht konstruktiv aber ich musste etwas machen. Ich finde es schade, dass es nötig war», sagt Björn Navarin. Die Wirkung bleibt nicht aus. Jetzt zeigt Muri sein Sonntagsgesicht. Mit dem Eintritt von Mirco Külling kommt Kreativität und Treffsicherheit ins Spiel der Gastgeber. Seine Mitspieler lassen sich mitreissen. Allen voran Noel Angehrn, Levi Wey und die Flügelspieler. Die Fehlwurfquote sinkt nun deutlich. Muri holt Tor um Tor auf. Nach 43 Minuten geht man erstmals in Führung. Frick lässt sich aber nicht abschütteln und hält dagegen. Das reicht aber nicht, um die jungen Murianer zu stoppen.
 
Abwehrbollwerk nach der Pause
Die Partie ist nun eines Spitzenkampfes würdig und wiegt hin und her. Nach 57 Minuten steht es 27:26. Die Spannung steigt ins Unermessliche. Die Murianer lassen sich aber den Sieg nicht mehr nehmen. Geschenke werden nun keine mehr verteilt. Abgebrüht bringen sie den Vorsprung über die Runden. Dass der Sieg nach einer verpatzten ersten Halbzeit doch noch Tatsache wird, ist auch einer eklatanten Leistungssteigerung in der Abwehr zu verdanken. Herausragend dabei agieren die beiden Teamroutiniers Jan Heusi (34) und Ursin Schleiss (33). An ihnen beissen sich die Kantonsnachbarn die Zähne aus. Mit seiner aggressiven Körpersprache zieht Jan Heusi seine Mitspieler mit. Kommen die Gäste dennoch zum Torschuss, ist auf Torhüter Ursin Schleiss verlass. «Nur 12 Gegentore in der zweiten Halbzeit ist ein starker Wert. Jetzt funktionierte Zusammenarbeit zwischen Abwehr und Torhüter», so Björn Navarin.
 
Jeder schlägt Jeden
Mit diesem Sieg setzt sich Muri in der Spitzengruppe fest. Einbilden darauf darf man sich nichts. Denn die Lücke nach hinten ist klein. Verantwortlich dafür ist die Tatsache, dass einem in dieser ausgeglichenen Gruppe nichts geschenkt wird. Jeder schlägt Jeden, lautet das Motto. «Jetzt befinden wir uns in einer entscheidenden Situation. Nun wird sich zeigen, wo man sich einordnet. In der Spitzengruppe oder im Mittelfeld. Daher war der Sieg heute enorm wichtig», sagt Björn Navarin.        
 
Telegramm:
Bachmatten. – 280 Zuschauer. – SR: Kurth / Schwarzmeyer.
Muri: Rütimann, Schleiss, Baeriswyl; Galizia (5), Külling (5), Dominik Lang, Furter (2), T. Angehrn (2), Kreyenbühl, Heusi, Dani Lang (1), Köhle (2), Hafner, N. Angehrn (8), Wey (6/3).
Frick: Concaz, Bienz; Kleiner (1), Metzger, D. Schmid (1), Hauser (3), Romano, Moser (8), Joss, Deiss, C. Zwahlen (1), S. Schmid (4), D. Zwahlen (4), Hüsser (1), Bitter (5).
Bemerkungen: Strafen: 3-mal 2 Minuten für Muri, 5-mal 2 Minuten für Frick. 1-mal rot ohne Bericht für Frick. Siebenmeter: 3/4 für Muri, 0/2 für Frick.