, Simon Strebel

Muri siegt trotz kurzen Schwächephasen

1. Liga, Gruppe 2: Handball TV Muri – TV Dagmersellen 37:33 (18:14)

Der TV Muri sichert sich in einer gut gefüllten Bachmattenhalle gegen Dagmersellen einen weiteren verdienten Sieg. Muri kontrollierte die Partie weitestgehend, machte es phasenweise aber auch unnötig spannend.
 
Kurz nach der Pause schien der Handball TV Muri das Heimspiel gegen den TV Dagmersellen vorzeitig entschieden zu haben. Mit einem Offensiv-Feuerwerk schraubten die Freiämter das Score innert sechs Minuten vom 18:14 Pausenstand auf 24:17. Ein Grossteil der über 300 Zuschauer in der Bachmattenhalle dürfte sich bereits auf einen klaren Heimsieg eingestellt haben, ehe sich die Probleme einschlichen, die das gesamte Spiel prägten. Muri erlaubte sich insbesondere in der Defensive einige Nachlässigkeiten und liess im Angriff einige freie Würfe liegen. 5 Spielminuten nach dem 24:17 hiess es nur noch 25:22 und von Muri war erneut eine Reaktion gefordert. Cheftrainer Björn Navarin brachte die Leistungsschwankungen innerhalb der Partie später treffend auf den Punkt: «Man sieht, wenn wir es konsequent spielen und konzentriert bleiben, dann funktionieren sehr, sehr viele Sachen. Das ist im Angriff genauso wie in der Verteidigung. Doch genau diese Konsequenz fehlte speziell in der Abwehr phasenweise. Immer wenn Dagmersellen länger als 15, 20 Sekunden im Angriff war, haben wir irgendwo geschlafen oder waren nicht mehr konsequent genug.» Als Mitgrund verwies Navarin auf die hohe Belastung seiner Spieler: «Mirko Külling spielt heute 60 Minuten vorne und hinten durch. Das merkst du dann halt schon.» Schlussendlich durfte man aus Murianer Sicht erfreut feststellen, dass es Navarins Team erneut gelang, frühzeitig Antworten zu finden, als die Partie zu kippen drohte.
 
Muri kontrolliert das Spielgeschehen
Nach einem anfänglichen Abtasten der beiden Teams und einem ausgeglichenen Start stand es nach sechs Minuten 4:4, ehe Muri Schritt für Schritt das Spieldiktat übernahm. Die Gastgeber fanden im Angriff über Tempo und gute Abschlüsse immer besser ins Spiel und stellen gleichzeitig den Angriff Dagmersellens mit ihrem Abwehrbollwerk zunehmend vor Probleme. Nach 13 Spielminuten sah sich das Trainerduo der Gäste deshalb beim Stand von 10:6 gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen. Doch Muri blieb auch nach dem Timeout am Drücker und setzte sich bis zur 18. Minute ein erstes Mal um 5 Tore auf 13:7 ab. In der Folge schlichen sich dann die ersten Unsauberkeiten im Murianer Spiel ein. Im Angriff liess man einige klare Chancen liegen und in der Abwehr wurde die bereits thematisierte, fehlende Konsequenz von den Gästen gnadenlos ausgenutzt. Umso wichtiger für die Moral des Heimteams war Noel Angehrns Treffer vor der Pause, als dieser mit der Sirene zum 18:14 einnetzte, nachdem Dagmersellen nur Sekunden zuvor auf drei Tore verkürzt hatte.
 
Nach dem Seitenwechsel folgte dann Muris stärkste Phase mit sieben Tore in sechs Minuten und der scheinbaren Vorentscheidung. Die hartnäckigen Gäste liessen sich jedoch nicht unterkriegen und verkürzten den Rückstand abermals auf drei Treffer. Mehr lag für die Luzerner dann aber nicht mehr drin. In der Schlussphase stabilisierte sich Muri wieder und brachte den Sieg schlussendlich sicher über die Zeit. Navarin fasst den Nachmittag seines Teams passend zusammen: «Zwei Punkte sind gut, aber es gibt sicherlich noch Luft nach oben.» Gleichzeitig streicht er das Positive hervor und weiss, was in seinem Team steckt: «Dass immer noch nicht alles so stabil ist, wie wir es gerne hätten, ist auch klar und logisch. Aber es muss uns Vertrauen geben, dass wenn wir es richtig machen, unser Spiel auch entsprechend funktioniert. In den Phasen, wo wir müde sind, können wir es noch nicht abrufen. Dann fällt man in ein altes Muster zurück und dann kriegen wir die Tore. Wir machen im Training einfach weiter, damit wir die Leistungen irgendwann durchziehen können.»
 
Mit dem 37:33-Erfolg hält sich der Handball TV Muri zusammen mit Altdorf und den HSG EhrEndingens Celtics, die ihre beiden Spiele ebenfalls gewissen konnten, auf dem geteilten zweiten Tabellenrang. Am kommenden Sonntag folgt bereits der nächste Heimauftritt in der Bachmattenhalle: Dann empfangen die Klosterdörfler die HSG Mythen-Shooters und wollen ihr Potenzial über die vollen 60 Minuten abrufen.
 
Handball TV Muri – TV Dagmersellen 37:33 (18:14)
Muri Bachmatten. - SR: Meiko Hitz, Guido Lämmler – Strafen: 1 mal 2 Minuten gegen Muri; 5 mal 2 Minuten gegen Dagmersellen
Muri: Schleiss, Rütimann, Galizia (3), Wey (5/1), Furter (4), Dominik Lang, Kreyenbühl (1), Köhle (1), Daniel Lang (2), Tom Angehrn, Hafner (4), Külling (8), Noel Angehrn (9)
Dagmersellen: Fiedler, Schöpfer, Steiger, Huber (6), Hodel (1), Rüegger (1), Oggier (8/1), Riedweg (6), Ramon Döös (5), Hofer, Luca Döös, Glur (3), Ben Moussa (1), Häfliger (2)
Bemerkungen: Muri ohne Kaufmann, Egger, Rey (alle verletzt)