Der TV Muri hält auch nach der zweiten Meisterschaftspartie seine Weste rein. Statt hochstehende Handballkost waren in Dagmersellen mentale Stärke und Kampfkraft gefragt. Einen grossen Anteil am Gästesieg hatte Torhüter Schleiss.

(ws) Man kann es gleich vorne wegnehmen. Einen Schönheitspreis gewannen der TV Muri und der TV Dagmersellen am Samstag bei ihrer Begegnung in der Chrüzmatthalle nicht. Viel eher waren Kampf und Spannung angesagt. Die tiefe Wurfquote von rund 50 Prozent und die hohe Anzahl technischer Fehler beider Teams bestätigt diese Ansicht. „Hinten Top, vorne Flop“, zieht Muri-Trainer Claude Bruggmann kurz und bündig Fazit. Eines kann man dem TV Muri aber nicht absprechen. Die Jungs von Claude Bruggmann waren mental bereit, den Kampf gegen die unbequemen Luzerner anzunehmen. Und dies ohne die prominenten Abwesenden Tobias Wipf und Jerome Zucker. Denn Mitte erster Halbzeit sah es für die Gäste nicht gut aus. Dagmersellen kontrollierte in dieser Phase die Partie und zog bis auf vier Längen davon.

Wegweisende Paraden von Schleiss

Dann kam der Auftritt von Torhüter Ursin Schleiss. Mit vier Paraden innert fünf Minuten legte er den Grundstein für die Aufholjagd der Gäste. Auch Dank der nominellen Nummer zwei im Kasten der Murianer glichen diese das Geschehen bis zur 33. Minute wieder aus. 25 Minuten später setzte Schleiss seiner starken Performance die Krone auf und sicherte Muri den knappen Sieg. Mirakulös entschärfte er einen Gegenstoss, der drei Zeigerumdrehungen vor Schluss den Gleichstand bedeutet hätte. Statt 20:20 hiess es Sekunden später durch Noel Angehrn 19:21 für Muri. Damit war aber die Partie noch nicht entschieden. Die Gastgeber verkürzten im Gegenzug auf 20:21 und läuteten damit einen zweiminütigen Nervenkrimi ein -mit dem besseren Ende für Muri. Dass Muri den Sieg ins Trockene brachte, dafür brauchte es noch einmal die Qualitäten von Schleiss. Mit seiner letzten Parade, 21 Sekunden vor Schluss, hielt er für sein Team die zwei Punkte fest. Dani Lang und Noel Angehrn hätten es bei je einem Versuch in den Händen gehabt, dem Nervenkitzel schon vor dem Abpfiff ein Ende zu bereiten. Aber auch sie scheiterten an einem starken gegnerischen Torwart. „Ursin Schleiss war heute der Matchwinner. Dazu kam eine starke Abwehrleistung. Mit nur 20 Gegentoren muss man ein Spiel gewinnen“, so Bruggmann.

Auch Dagmersellen mit starken Keepern

Die beiden Keeper der Gastgeber standen ihrem Gegenüber in nichts nach. Auch sie brachten die Angreifer mit sehenswerten Paraden zur Verzweiflung. Sie entschärften gleich drei Siebenmeter. Am Schluss wies Schleiss eine Fangquote von 42 Prozent aus. Die Dagmersellen-Torhüter Schöpfer und Häller glänzten mit 43- beziehungsweise 46 Prozent. „Dagmersellen hat zwei gute Torwarte. Ich weiss aber nicht ob sie nur gegen uns so stark spielen. Es kann auch sein dass wir verunsichert waren. Denn letzte Saison haben sie uns bei den zwei Niederlagen schon das Leben schwer gemacht“, sagt Bruggmann.

Starke Abwehr

Der zweite Saisonsieg im zweiten Spiel war aber auch das Produkt einer mannschaftlichen Geschlossenheit. Das Team verlor trotz hoher Fehlerquote nie den glauben an sich. Zudem konnte man gegen Spielende noch eine Schippe drauflegen. Die mangelnde Wurfqualität, welche auch die schon erwähnten verschossenen Siebenmeter beinhaltete, machte man mit einer starken Abwehrarbeit wett. Für die Torproduktion der Freiämter waren vor allem Carlo Femiano (6) und Noel Angehrn (5) zuständig. In wichtigen Momenten, kurz nach der Pause, übernahm auch Linus Staubli (3) Verantwortung. Nach mehreren Fehlversuchen seiner Teamkollegen glich er zweimal aus (33. und 35.) und riss damit das Momentum auf die Gäste Seite. Zum starken Saisonstart sagt Bruggmann: „Vier Punkte aus zwei Spielen ist positiv. Die nächsten Partien werden aber zeigen, was dies wert ist.“

Telegramm:
Handball: 1. Liga, Gruppe 3: TV Dagmersellen - TV Muri 20:21 (11:10)
Chrüzmatt. – 75 Zuschauer. – SR: Meili / Kamber.

Dagmersellen: Schöpfer, Häller; Wyss (1), V. Hodel, B. Tschupp (2), Oggier (4), K. Tschupp (3), Minder, Sommer (7/4), Döös, Peyer, F. Hodel (2), Renggli (1).
Muri: Schleiss, Rütimann; Dani Lang (1), Dominik Lang, Schwenkfelder (2), Angehrn (5/1), Kaufmann (1), Käser (1), Femiano (6/1), Heusi (2), Staubli (3), Pantic.
Bemerkungen: Strafen: 4-mal 2 Minuten für Dagmersellen, 4-mal 2 Minuten für Muri. Siebenmeter: 4/4 für Dagmersellen, 2/5 für Muri. Muri ohne Zucker und Wipf.