Ein zweites Mal lässt sich Muri von Dagmersellen nicht nervös machen. Im Gegensatz zum Hinspiel landen die Freiämter einen ungefährdeten Sieg. Unterhaltung bietet das Duell Häller gegen Femiano. Muri ist nach dem vierten Sieg in Serie alleiniger Tabellenführer.


Beim Hinspiel in Dagmersellen war es noch eine enge Kiste. Ein anderes Bild zwei Wochen später. Vor einer stimmungsvollen Kulisse knüpfte der TV Muri am vergangenen Samstag da an, wo er vor Wochenfrist beim Kantersieg gegen Emmen aufgehört hatte. Muri dominiert Spiel und Gegner. Nach gut 15 Minuten steht es 10:2. Vorne sorgt Noel Anghern mit vier seiner insgesamt fünf Treffer für Stimmung. In der Abwehr lässt man kaum etwas anbrennen. Herausragend einmal mehr Torhüter Ursin Schleiss. Er hält beinahe alles, was auf ihn los geballert wird. Mit gleich neun Paraden in dieser Phase unterstreicht er seine Topform. Am Schluss sind es 23 Paraden, was einer starken Quote von 57 Prozent entspricht.

Häller gegen Femiano

Dagmersellen reagiert. Jetzt kommt Torhüter Ramon Häller. Mit ihm schöpfen die Luzerner neue Hoffnung. Und tatsächlich. Der Muri-Schreck hält was diese Bezeichnung verspricht. Bis zur Pause lässt er nur noch drei Treffer zu. Die restlichen sechs Schüsse pariert er. Dagmersellen verkürzt auf fünf Tore. Augenscheinlich ist, dass Häller einer der wenigen Torkeeper in dieser Liga ist, welcher Muris Topskorer Carlo Femiano an seiner liebsten Beschäftigung hindern kann. Einmal mehr beisst sich der Schreiner an Hällers Antizipationskünsten die Zähne aus. Bis zur Pause lautet das Duell Femiano gegen Häller 1:4. Femiano zeigt Nerven. Aber nicht nur. Einmal schwingt der Murianer oben auf. Das andere Mal behält der Torhüter das bessere Ende für sich. Nach dem Abpfiff lautet das Duell 7:8 für den Keeper. Femiano sieht die Geschichte locker: „Er macht mich nicht speziell nervös. Wir kennen uns schon lange. Wir haben bei den Junioren schon gegeneinander gespielt. Ich hatte heute einen schlechten Tag. Es gab aber schon Spiele, da habe ich ihm die Bälle ins Tor gelegt. Wichtig für mich ist, dass ich die Siebenmeter verwertet habe.“ Häller auf der anderen Seite sagt: „Wir schaukeln uns auf. Bei ihm weiss man nie wohin er schiesst. Gegen andere trifft er immer. Gegen uns weniger. Das ist wahrscheinlich Kopfsache.“

Starke Reaktion

Auf das Spiel hat diese Geschichte kaum Einfluss. Die Luzerner kommen zwar nach einem 13:8-Pausenrückstand bis auf drei Tore heran (32.). Muri lässt sich deswegen aber nicht verunsichern. 12 Minuten später ist die Partie entschieden. Muri führt 19:11. Vier der sechs Tore erzielt Femiano. In der wichtigsten Phase dieser Partie findet er zu alter Stärke zurück. Mit ein Grund sind auch die personellen Umstellungen von der Trainerbank aus. Mit Josua Käser und Linus Staubli kommt neuer Elan in Muris Angriff. Auch Yorick Kaufmann zeigt sich nun von der besten Seite. Häller hin oder her, Muri schraubt seine Wurfquote nun wieder deutlich nach oben.

Muri ist unberechenbar

Über die gesamte Partie gesehen, zeigte Muri einen soliden Auftritt. Wenn auch der verunsicherte Tabellenletzte kein echter Gradmesser war. Was sich in den vergangenen Wochen angedeutet hatte, war auch in dieser Partie augenscheinlich. Die Murianer sind unberechenbarer geworden. Man ist aktuell weniger auf die Tore von Femiano angewiesen. Im Rückraum hat man Möglichkeiten zu reagieren. Auch gewichtige Abwesenheiten kann man kompensieren. So wächst der Kreisläufer Lukas Schwenkfelder immer besser in die Rolle als Jerome Zucker-Ersatz hinein. Seine Wurfquote hat er deutlich nach oben geschraubt. In der Verteidigung ist der Schwinger unverzichtbar geworden. „Wir hatten den Gegner im Griff. Jeder zeigte heute eine solide Leistung. Ursin machte einmal mehr eine starke Partie und hielt die wichtigen Bälle. In der Offensive war entscheidend, dass jederzeit jemand reagieren konnte“, sagt Femiano. Eine starke Deckung gebe einem bei einer schlechten Phase die nötige Sicherheit, fügt er an.

Telegramm:

Handball: 1. Liga, Gruppe 3: TV Muri - TV Dagmersellen 29:19 (13:8)
Bachmatten. – 100 Zuschauer. – SR: Kurth / Schwarzmeyer.
Muri: Schleiss (1), Wipf; Dani Lang (2), Dominik Lang (1), Schwenkfelder (2), Angehrn (5), Kaufmann (3), Käser (2), Femiano (9/3), Heusi (2), Staubli (1), Pantic (1).
Dagmersellen: Schöpfer, Häller; Wyss (3), Fellmann (1), Häfliger (1), V. Hodel (1), B. Tschupp, Oggier (4/2), K. Tschupp (5), Sommer (2/1), Peyer, J. Häfliger, F. Hodel, Renggli (2).
Bemerkungen: Strafen: 2-mal 2 Minuten für Muri, 4-mal 2 Minuten für Dagmersellen. Siebenmeter: 3/3 für Muri, 3/5 für Dagmersellen. Muri ohne Zucker.