Der TV Muri zeigt in Kriens eine Reaktion auf die Derbypleite. Bevor in einer dramatischen Schlussphase in Extremis ein Punkt gesichert wurde, mussten die Klosterdörfler durch ein Stahlbad. Eine taktische Massnahme bringt Muri beinahe noch den Sieg.

Als Muri-Trainer Claude Bruggmann nach gut 40 Minuten ein Time Out nahm, sah es für seine Mannschaft nicht gut aus. Die Freiämter lagen mit fünf Treffern hinten. Nichts schien darauf hinzudeuten, dass diese Partie noch einmal spannend werden könnte. Zu unpräzis zu ideenlos agierte der Angriff und zu dominant traten die beiden Krienser Rückraumspieler Florian Henrich und Moritz Wolf auf. Bei Muri traf bis zu diesem Zeitpunkt, nur Noel Angehrn regelmässig. Carlo Femiano wurde beinahe komplett aus dem Spiel genommen. Kreisläufer Jerome Zucker hatte sein Visier noch nicht eingestellt. „Die Chancen für mehr Tore waren vorhanden. Wir haben aber vor der Pause viele freie Bälle verschossen oder sind auf die Linie getreten. Wir hätten 17 Tore werfen müssen“, sagt Bruggmann. Mit ein Grund für dieses Versäumnis war der Eintritt von Torhüter Raoul Iten nach rund zehn Minuten. Mit einigen starken Paraden verunsicherte er Muris Werfer. Dazu gesellte sich noch Pech. Denn einige Male verhinderte die Torumrandung einen Gästetreffer. Dieses Szenario verfolgte Muri auch nach der Pause.

Doppelmanndeckung zeigt Wirkung

Beim besagten Time Out änderte Claude Bruggmann die Taktik. Carlo Femiano wurde auf Florian Henrich angesetzt. Yorick Kaufmann nahm sich Moritz Wolf an. Die Doppelmanndeckung zeigte Wirkung und kippte die Partie zu Gunsten der Gäste. Kriens fand nun im Angriff den Tritt nicht mehr. Muri auf der anderen Seite hatte nun Raum, um sein Tempospiel aufzuziehen. „Kriens lebte von diesen beiden Spielern. Aus der Not gedrungen haben wir dann auf Alles oder nichts gespielt“, begründet der Muri-Trainer die taktische Umstellung. Die Trefferquote stieg nun deutlich. Nach 50 Minuten war der Rückstand bis auf ein Tor wettgemacht. Die Partie in der engen Meiersmatthalle verkam nun zu einem offenen Schlagabtausch. Es sollte aber noch einmal sieben hektische Minuten dauern, bis Muri den Ausgleich erzielte.

Die Freiämter waren aber jetzt schon längst im Kampfmodus. Um jeden Meter Raum und um jeden Ball wurde gefightet. Nichts war mehr zu sehen von der Lethargie der beiden vorangehenden Partien. Dazu sagt Bruggmann: „Es war das Ziel, uns in dieser Halle nicht wie letztes Jahr abschlachten zu lassen. Heute stimmte die Einstellung“. Man habe sich gesagt, wenn man schon verliere, solle es den Gegner schmerzen. Nach dem Ausgleich wollte Muri mehr. Zwar geriet man 120 Sekunden vor Schluss noch einmal in Rückstand. Josua Käser glich postwendend aus. Jetzt war wieder Kriens am Drücker. Der Siegtreffer wollte aber nicht gelingen. Im Gegenteil. Diesen strebte nun Muri an. Yorick Kaufmann nahm sich ein Herz und drückte eine Sekunde vor der Sirene ab. Das Geschoss verfehlte aber den Kasten.

Noel Angehrn in Torlaune

Schliesslich kann Muri mit einem Punkt leben. Verdient hat man diesen alleweil. Von der ersten Sekunde an war man im Spiel und hatte sogar die Möglichkeit, mit drei Toren in Führung zu gehen. Dass Muri sich von der darauf folgenden Durststrecke, die rund 30 Minuten anhielt, nicht entmutigen liess, war beeindruckend. Der Mann der Stunde war Noel Angehrn. Seine über zehn Treffer hielten seine Mannschaft im Spiel, als es den anderen Shootern nicht lief. Auch Josua Käsers Auftritt war stark. In der hektischen Schlussphase hielt er den Überblick und warf neben dem Ausgleich zum Endstand noch einen wichtigen Anschlusstreffer. Wichtig war auch die Steigerung von Jerome Zucker nach der Pause. Ohne seine Tore vom Kreis aus, wäre Muri mit leeren Hände nach Hause gefahren.



Telegramm:
Handball: 1. Liga, Gruppe 3: HC Kriens - TV Muri 27:27 (14:11
Meiersmatt. – 25 Zuschauer. – SR: Pfenninger / Nayer.
Muri: Schleiss, Wipf; Dominik Lang, Schwenkfelder, Angehrn, Kaufmann, Käser, Femiano, Heusi, Zucker, Pantic.
Bemerkungen: Siebenmeter: 4/4 für Kriens, 2/3 für Muri. Muri ohne Staubli und Dani Lang.