, Willi Steffen

Kampf um Ligaerhalt spitzt sich zu

1. Liga, Gruppe 3: West HBC - TV Muri, Samstag, 23. April, 18 Uhr, Marcolet, Crissier

Schafft der TV Muri den direkten Ligaerhalt? Diese Frage wird in den ausstehenden drei Runden beantwortet. Die erste Möglichkeit, sich aller Sorgen zu entledigen, bekommt Muri morgen in Lausanne. Der Sieger dieser Partie kann aller Voraussicht nach aufatmen. Muri reisst aber personell limitiert in die Westschweiz.
 
In den kommenden Wochen geht es in der Gruppe drei der Abstiegsrunde um Alles, sprich um den Ligaerhalt. Jetzt entscheiden die direkten Duelle. Einfluss können aber auch die Nervenkostüme der beteiligten Teams haben. Da alles eng beisammen ist, kann jede Niederlage eine zu viel sein. Zu Rückrundenbeginn ging man noch davon aus, dass acht Punkte reichen sollten. Drei Runden vor Schluss hat sich diese These in Luft aufgelöst. Auf Grund der vielen noch ausstehenden Direktduellen ist es sogar fraglich, ob zehn Zähler für den rettenden vierten Rang reichen. Heisse Duelle sind also garantiert. Gravierende Fehler dürfen sich weder Spieler noch Betreuer erlauben. Gefragt ist aber auch die Unterstützung von den Rängen. Vor allem für Muri könnte dies in der übernächsten Partie zu Hause gegen Muotathal ein entscheidendes Puzzleteil sein. Zur aktuellen engen Tabellensituation sagt Trainer Paul Stöckli: „Eine gewisse Anspannung kann ich nicht verbergen. Aber es geht auch anderen Mannschaften gleich. Ausser Altdorf und Lyss sind alle Teams in den Abstiegskampf involviert. Ich hoffe es reichen zehn Punkte. Es ist aber in dieser Gruppe schwierig eine Prognose abgeben.“
 
Heisser Tanz um Rang fünf
Sieben von zehn Runden sind gespielt. Mit der sechstplatzierten PSG Lyss steht der direkte Absteiger so gut wie fest. Die restlichen fünf Teams sind alle nahe beisammen. Einzig der KTV Altdorf, der aktuelle Tabellenführer, hat nichts mehr mit dem Abstieg zu tun. Die Teams auf den Rängen zwei bis fünf sind alle innerhalb von drei Punkten klassiert. Zu erwähnen ist, dass die fünftklassierte Mannschaft sich den Ligaerhalt über eine Barrage sichern muss. Gegner ist das auf Rang fünf platzierte Team der Gruppe eins. Aller Voraussicht nach ist das die SG Kloten Handball oder die SG Horgen Wädenswil. In der Murianer Gruppe wäre es aktuell der HV Herzogenbuchsee, der mit sechs Zählern in den sauren Apfel beissen müsste. Davor auf Rang vier befindet sich der KTV Muotathal mit sieben Punkten. Danach folgen Muri mit acht Punkten und West HBC mit neun Punkten.
 
„Jede Partie ist für uns ein Cupspiel“Das erste von drei Alles oder Nichts-Spielen bestreitet Muri in Crissier gegen West HBC. Die Lausanner sind einen Punkt vor Muri klassiert. Gewinnt Muri, wäre man auf Rang zwei. Bei einer Niederlage käme der unerwünschte fünfte Rang bedrohlich nahe und die Westschweizer würden sich aller Abstiegssorgen entledigen. In der Vorrunde kassierte man zu Hause eine Niederlage, die nicht zwingend war. Für zwei Zähler war aber der Auftritt der Freiämter zu durchzogen. Ein Problem für Muri könnten die Personalien werden. „Eligio Gomboso steht für Suhr im Einsatz. Josua Käser ist schulisch abwesend und auf Linus Staubli verzichten wir, weil er mit der zweiten Mannschaft ebenfalls ein Spiel um den Ligaerhalt bestreitet“, sagt Stöckli. Ein Frageichen ist auch wie die junge Murianer Mannschaft mit der schwierigen Situation umzugehen vermag. „Die Jugend kann ein Vorteil sein. In Lyss hat sich aber nach einem zwischenzeitlich vergebenen Fünf-Tore-Vorsprung gezeigt, dass die Erfahrung wichtig ist.“ Man wolle nicht zu weit voraus schauen. Man sei schon länger im Modus, dass jede Partie ein Cupspiel sei. Man nehme es wie es komme. Die Barrage sei aber kein Thema, führt Paul Stöckli aus.