, Willi Steffen

Überraschungssieg mit Rumpfteam

1. Liga, Gruppe 3: West HBC - TV Muri 25:30 (12:15)

Der TV Muri kann die Korken knallen lassen. Mit dem Sieg gegen West HBC ist der Ligaerhalt praktisch im Trockenen. Verdient haben sich die Freiämter diesen Erfolg mit einer eindrücklichen Teamleistung. Bei Muri überzeugten nicht nur die arrivierten Kräfte.
 
Allen Widrigkeiten zum Trotz setzte der TV Muri mit einem verdienten 25:30-Sieg in Lausanne bei West HBC ein dickes Ausrufezeichen. Widrigkeiten zum Trotz, weil die Klosterdörfler in dieser wichtigen Partie mit einem Rumpfteam antraten. Mit Eligio Gomboso und Finn Kreuzer fehlten die Torgaranten der vergangen Wochen. Ebenfalls nicht mit dabei war Linus Staubli, der mit seiner unnachahmlichen Präsenz die Abwehr stabilisierte. Abwesend war auch Josua Käser. „Unter der Woche ist es kadermässig drunter und drüber gegangen. Am Schluss mussten wir mit zehn Spielern antreten“, sagt Trainer Paul Stöckli. Dies habe bei der Mannschaft eine Trotzreaktion ausgelöst. Man sei positiv geblieben und sei überzeugt gewesen, dass auch in dieser Besetzung etwas zu holen sei, fügt er an.
 
Simon Strebel und Dominik Lang überzeugten
In die Bresche sprangen Eigengewächse wie Simon Strebel. Mit einem starken Auftritt kompensierte der Flügelspieler die Abwesenheit des U19-Nationalspielers Gomboso. Sechs Tore bei sechs Würfen lautete seine eindrückliche Statistik. Stark waren auch die Darbietungen von Dominik lang, Noel Anghern, Yorick Kaufmann und Lukas Schwenkfelder. Alle vier warfen in regelmässigen Abständen wichtige Tore. Damit sorgten sie dafür, dass Muri nach einer frühen Führung die Westschweizer über die gesamte Spielzeit auf Distanz hielt. „Der Gegner hat sich für eine offensive Verteidigung auf die Rückraumspieler Noel Angehrn und Yorick Kaufmann entschieden. Dann sind aber Dominik Lang und Simon Strebel in die Bresche gesprungen und haben wichtige Tore erzielt. Damit hatten wir das Momentum auf unserer Seite“, so Stöckli.
 
Pace über 60 Minuten durchgezogen
Und da wären noch die beiden Torhüter Ursin Schleiss und Ivo Rütimann. Sie bildeten das Rückgrat der Defensive. Schleiss, der Routinier, glänzte mit einer Quote von knapp 40 Prozent. Grünschnabel Rütimann hielt fünf von zehn Würfen auf sein Tor. Mit ihren Paraden verunsicherten sie die Rückraumspieler der Gastgeber. Erstaunlich war, dass Muri mit dem knappen Kader die hohe Pace, die man einschlug, über 60 Minuten durchhielt. Dies führte dazu, dass die Gäste eine Leistung auf einem konstant hohen Niveau ablieferten. Vergebens warteten die Welschen auf einen Durchhänger Muris. „Entscheidend war, dass uns erstmals in dieser Abstiegsrunde ein Spiel ohne Durchhänger gelang. Wichtig war auch, dass wir nach der Pause, nicht wie schon so oft, keine Schwäche zeigten und uns absetzen konnten“, meint Stöckli. Mit diesem Sieg ist den Murianern der Ligaerhalt kaum noch zu nehmen. Mit zehn Punkten und nach der Niederlage von Herzogenbuchsee in Muotathal können die Berner (sechs Punkte) Muri nur noch theoretisch überholen. Ein mit 23 Treffern besseres Torverhältnis spricht aber deutlich für das sich neu auf Rang zwei befindende Muri.   
 
 
 
 
Telegramm:
Marcolet. – 40 Zuschauer. – SR: Kamber / Meili.Muri: Schleiss, Rütimann; Dani Lang, Dominik Lang (5), Schwenkfelder (6), Angehrn (7/3), Kaufmann (5), Strebel (6), Rey, Spichiger (1).
West HBC: Helfenstein, Trösch; Scalabrini (1/1), Capt, Fernandes (3), Lerjen (5/3), Burri (3/2), Kunstmann (2/1), Guignet (4), Landert (3), Fetahu (2), Veiga (2).
Bemerkungen: Strafen: 3-mal 2 Minuten und 1-mal Ausschluss für Muri, 3-mal 2 Minuten für West HBC. Siebenmeter: 3/3 für Muri, 7/9 für West HBC.